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Dienstag, 5. Juni 2012
Bitte
Sei sanft, wenn du kannst, das Leben
Ist sowieso hart und schwer.
Vielleicht hat es das früher gegeben,
Jetzt gibt es das nicht mehr:
Leicht sein und einfach leben
Ohne Nutzungs- und Musterungsschein.
Wenn wir uns nicht Liebe geben,
Uns umfangen und uns erheben,
Betonieren sie uns ein.
(Eva Strittmatter)
Ist sowieso hart und schwer.
Vielleicht hat es das früher gegeben,
Jetzt gibt es das nicht mehr:
Leicht sein und einfach leben
Ohne Nutzungs- und Musterungsschein.
Wenn wir uns nicht Liebe geben,
Uns umfangen und uns erheben,
Betonieren sie uns ein.
(Eva Strittmatter)
Montag, 4. Juni 2012
The road home
Tell me, where is the road
I can call my own,
That I left, that I lost
So long ago?
All these years I have wandered,
Oh when will I know
There’s a way, there’s a road
That will lead me home?
After wind, after rain,
When the dark is done,
As I wake from a dream
In the gold of day,
Through the air there’s a calling
From far away,
There’s a voice I can hear
That will lead me home.
Rise up, follow me,
Come away, is the call,
With the love in your heart
As the only song;
There is no such beauty
As where you belong;
Rise up, follow me,
I will lead you home.
(adapted by Stephen Paulus)
Samstag, 2. Juni 2012
Donnerstag, 31. Mai 2012
Mittwoch, 30. Mai 2012
Gesang zwischen dir und mir
siehst du den Abendstern?
ich sehe
hörst du den Wind?
ich höre
fühlst du die Ewigkeit?
ich fühle
und dein Name?
nenne mich Nacht
woher kommst du?
aus deiner Einsamkeit
wohin gehst du?
in deine Innigkeit
gib mir die Hand
(Friederike Mayröcker)
Dienstag, 29. Mai 2012
Perlen
Hüll dich tief in dein Muschelsein
öffne deine Schale jedem Sonnenstrahl
spüre tief die Sandkörner des Schmerzes
und forme aus ihnen edle Perlen
öffne deine Schale jedem Sonnenstrahl
spüre tief die Sandkörner des Schmerzes
und forme aus ihnen edle Perlen
freue dich an ihrem sanften Schein
silbermatt glänzende Tränentropfen
mild wie der Mond am Himmelszelt
ohne verletzende Ecken und Kanten
abgerundet von den Wellen der Zeit
kostbar erworbener Glanz
Schönheit aus dem Schmerz geboren.
( Maria Sassin)
silbermatt glänzende Tränentropfen
mild wie der Mond am Himmelszelt
ohne verletzende Ecken und Kanten
abgerundet von den Wellen der Zeit
kostbar erworbener Glanz
Schönheit aus dem Schmerz geboren.
( Maria Sassin)
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
Ein Stück Himmel
Wir sollten
am Abend
vor das Haus treten,
tief die Luft einatmen
und den Blick
zum Himmel richten;
dem Gesang des Vogels
auf dem Dach lauschen
und das milde Licht der Abendsonne
fühlen.
Wir sollten
beim Schliessen der Türen
nicht vergessen,
etwas davon mit ins Haus zu nehmen,
vor allem
ein Stück des Himmels.
(Peter Helbich)
Dienstag, 22. Mai 2012
Sonntag, 20. Mai 2012
Samstag, 19. Mai 2012
Mittwoch, 16. Mai 2012
Montag, 14. Mai 2012
Sonntag, 13. Mai 2012
Samstag, 12. Mai 2012
Letztes Lied
Ich werde fortgehn, Kind. Doch Du sollst leben
Und heiter sein. In meinem jungen Herzen
Brannte das goldne Licht. Das hab ich Dir gegeben,
Und nun verlöschen meine Abendkerzen.
Das Fest ist aus, der Geigenton verklungen,
Gesprochen ist das allerletzte Wort.
Bald schweigt auch sie, die dieses Lied gesungen.
Sing Du es weiter, Kind, denn ich muss fort.
Den Becher trank ich leer, in raschem Zug
Und weiß, wer davon kostete, muss sterben …
Du aber, Kind, sollst nur das Leuchten erben
Und all den Segen, den es in sich trug:
Mir war das Leben wie ein Wunderbaum,
von dem in Sommernächten Psalmen tönen.
– Nun sind die Tage wie ein geträumter Traum;
Und alle meine Nächte, alle – Tränen.
Ich war so froh. Mein Herz war so bereit.
Und Gott war gut. Nun nimmt er alle Gaben.
In Deiner Seele, Kind, kommt einst die Zeit,
soll, was ich nicht gelebt, Erfüllung haben.
Ich werde still sein, doch mein Lied geht weiter.
Gib Du ihm deinen klaren, reinen Ton.
Du sei ein großer Mann, mein kleiner Sohn.
Ich bin so müde – aber Du sei heiter.
Und heiter sein. In meinem jungen Herzen
Brannte das goldne Licht. Das hab ich Dir gegeben,
Und nun verlöschen meine Abendkerzen.
Das Fest ist aus, der Geigenton verklungen,
Gesprochen ist das allerletzte Wort.
Bald schweigt auch sie, die dieses Lied gesungen.
Sing Du es weiter, Kind, denn ich muss fort.
Den Becher trank ich leer, in raschem Zug
Und weiß, wer davon kostete, muss sterben …
Du aber, Kind, sollst nur das Leuchten erben
Und all den Segen, den es in sich trug:
Mir war das Leben wie ein Wunderbaum,
von dem in Sommernächten Psalmen tönen.
– Nun sind die Tage wie ein geträumter Traum;
Und alle meine Nächte, alle – Tränen.
Ich war so froh. Mein Herz war so bereit.
Und Gott war gut. Nun nimmt er alle Gaben.
In Deiner Seele, Kind, kommt einst die Zeit,
soll, was ich nicht gelebt, Erfüllung haben.
Ich werde still sein, doch mein Lied geht weiter.
Gib Du ihm deinen klaren, reinen Ton.
Du sei ein großer Mann, mein kleiner Sohn.
Ich bin so müde – aber Du sei heiter.
(Mascha Kaléko)
Donnerstag, 10. Mai 2012
Endlich
Endlich alles lassen können
Nicht mehr jagen, nicht mehr rennen
irgendwo in Ruhe stehen
uns sich selbst im Spiegel sehen
sitzen, träumen, sich bescheiden
aufhörn, andre zu beneiden
fern, ganz fern die Pforte ahnen
nicht mehr fliehen aus den Bahnen
leise werden, Augen schliessen
bis die Ströme wieder fliessen ...
(Ute Latendorf)
Dienstag, 8. Mai 2012
A certain day became a presence to me;
there it was, confronting me -- a sky, air, light:
a being. And before it started to descend
from the height of noon, it leaned over
and struck my shoulder as if with
the flat of a sword, granting me
honor and a task. The day's blow
rang out, metallic -- or it was I, a bell awakened,
and what I heard was my whole self
saying and singing what it knew: I can.
(Denise Levertov)
Montag, 7. Mai 2012
Nur eine Rose als Stütze
Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft
unter den Akrobaten und Vögeln:
mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
wie ein Nest im Wind
auf der äußersten Spitze des Zweigs.
Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
der sanftgescheitelten Schafe die
im Mondlicht
wie schimmernde Wolken
über die feste Erde ziehen.
Ich schließe die Augen und hülle mich ein
in das Vlies der verläßlichen Tiere.
Ich will den Sand unter den kleinen Hufen spüren
und das Klicken des Riegels hören,
der die Stalltür am Abend schließt.
Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.
unter den Akrobaten und Vögeln:
mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
wie ein Nest im Wind
auf der äußersten Spitze des Zweigs.
Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
der sanftgescheitelten Schafe die
im Mondlicht
wie schimmernde Wolken
über die feste Erde ziehen.
Ich schließe die Augen und hülle mich ein
in das Vlies der verläßlichen Tiere.
Ich will den Sand unter den kleinen Hufen spüren
und das Klicken des Riegels hören,
der die Stalltür am Abend schließt.
Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.
(Hilde Domin)
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