.
Dienstag, 2. April 2013
Frühlingsregen in der Wüste
Es gibt zweierlei Arten von Begegnungen,
für die man dankbar sein muss.
für die man dankbar sein muss.
Die eine ist die Begegnung mit Menschen,
die erfüllen, was wir wünschen,
die erfüllen, was wir wünschen,
und die Fragen beantworten, die wir stellen.
Die andere Art: Begegnung mit Menschen,
auch mit Büchern, Vorgängen, Bildern,
auch mit Büchern, Vorgängen, Bildern,
die in uns Wünsche erzeugen und Fragezeichen machen.
Das sind Begegnungen,
die an den Frühlingsregen in der Wüste erinnern.
die an den Frühlingsregen in der Wüste erinnern.
(Alfred Döblin)
Montag, 1. April 2013
neuer tag
auferstanden vom schlaf
gesättigt vom traum
sind wir da
und fordern den tag.
schöneres kann uns nicht blühn
als der baum vor dem hause
des nachbarn
begabter können die sinne nicht sein
als wahrzunehmen
was uns gebührt.
(elisabeth borchers)
Der Rest des Fadens
Drachensteigen. Spiel
Für grosse Ebenen ohne Baum und Wasser.
Im offenen Himmel
Steigt auf
Der Stern aus Papier, unhaltbar
Ins Licht gerissen, höher, aus allen Augen
Und weiter, weiter
Uns gehört der Rest des Fadens,
und dass wir dich kannten
(Sarah Kirsch)
Sonntag, 31. März 2013
All beautiful and splendid things,
Blue waves whitened on a cliff,
Soaring fire that sways and sings,
And children's faces looking up
Holding wonder like a cup.
Life has loveliness to sell,
Music like a curve of gold,
Scent of pine trees in the rain,
Eyes that love you, arms that hold,
And for your spirit's still delight,
Holy thoughts that star the night.
Spend all you have for loveliness,
Buy it and never count the cost;
For one white singing hour of peace
Count many a year of strife well lost,
And for a breath of ecstasy
Give all you have been, or could be.
( Sara Teasdale)
Erwachen
aus tiefem Winterschlaf
Erwachen
als Frau
Erwachen
mit einer
leisen
Ahnung
von Aufbruch
Erwachen
aus sanftem Taumel
Erwachen
aus sanftem Taumel
Träumend
staunend
blinzelnd
in Helligkeit
Farbe und Klang
Die Sinne
noch benommen
Die Augen
noch verklebt
Die Hände
noch geballt
bereit loszulassen
Neues zu fassen
Lebendig wiedergeboren
in eine
neue
alte
Welt
(KT)
Samstag, 30. März 2013
Donnerstag, 28. März 2013
Liebt ich ihn noch ich sähe
nicht wie sich das Licht
in den Seen bricht
sähe nicht den Morgen
im Mittag vergehn
Morgen aus Nachtarmen
auferstehn
Säh nicht die Blumen
sprießen und grün
in den Wiesen das Gras
aufblühn verglühn
Säh nicht die Schwalben
im hohen Flug hätte noch
immer von ihm genug.
(Ulla Hahn)
Mittwoch, 27. März 2013
Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken läßt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
(Rainer Maria Rilke)
Dienstag, 26. März 2013
Finding Her Here
I am becoming
the woman I’ve wanted,
grey at the temples,
soft body, delighted,
cracked up by life
with a laugh that’s
known bitter
but, past it, got better,
knows she’s a survivor
that whatever comes,
she can outlast it.
I am becoming a deep
weathered basket.
I am becoming the woman
I’ve longed for,
the motherly lover
with arms strong and tender,
the growing up daughter
who blushes surprises.
I am becoming full moons
and sunrises.
I find her becoming,
this woman I’ve wanted,
who knows she’ll encompass,
who knows she’s sufficient,
knows where she’s going
and travels with passion.
Who remembers she’s precious,
but knows she’s not scarce
who knows she is plenty,
plenty to share.
(Jayne Relaford Brown)
I am a wild woman
I know, inspite of myself
and in spite of what I've been told
that there's beauty in every age
no matter how old
I am a wild woman
I've learned what it means to be a life bearer
to bear children
to create art
to plant seeds of love
I am a wild woman
from the depths of the dirt underneath my fingernails
to the height of my very soul
I am one with the Earth
the winds from the four directions whisper through my skin
I am a wild woman
and the spirit of every wild woman coalesces in me
for we are each wild women
and we are all the spirit of the wild woman
I will follow the voice in my heart
I am a wild woman
I sing from my heart
I dance with the stars
I howl at the moon
I love uncontrollably
I am a wild woman
from the deepest, darkest, most sacred part of me
I am fearless
I cry in strength
I open my arms to the sky and welcome the rain
I am a wild woman
I nurture, love and protect
I stand, strongly, silently, sweetly for my brothers
I walk dutifully, prayerfully, joyfully upon the mother
and I will not be stopped
I am a wild woman.
(Melissa Clary)
Lied
In uns sind alle Leidenschaften
und alle Laster
und alle Sonnen und Sterne,
Abgründe und Höhen,
Bäume, Tiere, Wälder, Ströme.
Das sind wir.
Wir erleben
in unseren Adern,
in unseren Nerven.
Wir taumeln.
Brennend
zwischen grauen Blöcken Häuser.
Auf Brücken aus Stahl.
Licht aus tausend Röhren
umfließt uns,
und tausend violette Nächte
ätzen scharfe Falten
in unsere Gesichter.
(George Grosz)
Abonnieren
Posts (Atom)












