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Montag, 8. Juli 2013

Trees and Birds and Fire


trees, oh trees
do you remember me?

from before

and birds, oh birds
can you recall my songs?

from before

fire, oh fire
i can still feel your warmth

like before


Sonntag, 7. Juli 2013

Samstag, 6. Juli 2013

I hope you read some fine books 
and kiss someone who thinks you're wonderful, 
and don't forget to make some art - 
write or draw or build or sing 
or live as only you can. 

(Neil Gaiman)

Freitag, 5. Juli 2013

Noch geschwind leben


Noch geschwind
ein paar sehnsüchtige Blicke
zum Himmel werfen
und der Unendlichkeit
tief in die Regenbogenaugen schauen.
Noch schnell
das Feuer der Hoffnung entzünden
und alle Zweifel und Ängste verbrennen.
Noch geschwind
die Quellen der Missverständnisse
trockenlegen und Wasser
auf die Mühlen des Verstehens leiten.
Noch schnell
alles Überflüssige zum Teufel jagen
und eine Herde Zärtlichkeit
abfangen zwischen Herz und Hirn.
Noch geschwind
dem Leben ins Genick springen
mit aller Kraft
und die Liebe
unter dem Teppich der Alltäglichkeit
hervorholen.

Noch geschwind leben,
bevor uns die Dunkelheit
ihren dicken Mantel zuwirft.

(Ernst Ferstl)



Zwei Türen

Nur zwei Türen
sind verriegelt.
Alle anderen laden dich ein
und öffnen dem leisesten
Druck deiner Neugier.

Nur diese Türen sind
so hart zu öffnen
dass deine Kräfte nicht reichen.
Kein Schreiner kommt und
hobelt sie ab und ölt
die widerspenstigen Riegel.

Die Tür die sich hinter dir
schloss und du bist
draußen.
Die Tür die vor dir sich sperrt und du
bist drinnen.

(Hilde Domin)

Donnerstag, 4. Juli 2013




Oxygen


sommerleicht





Alles oder nichts

Du hast gute Karten, nicht? fragt die Liebe.
Ich glaube schon.
Und doch wirst du verlieren.
Du bluffst, sage ich.
Sie schaut hoch und lächelt vielsagend: 
Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.
O.K., sage ich, das will ich sehen:
Ich setze alles.
Ich auch, sagt die Liebe.
Und dann legen wir beide die Karten auf
den Tisch.

(Burkhard Hedtmann)

Mittwoch, 3. Juli 2013

Dienstag, 2. Juli 2013

Sonntag, 30. Juni 2013


Der Liebe wird alles wichtig und lieb:
eine Schattenmulde in der Wange,
das Runzelgeflecht ums Auge,
eine Kindheitsnarbe unter den Zehen,
ein verborgener Makel der Haut,
eine sichtbarer werdende Ader
und die kahle Stelle im Haar ...

Treuer als Lust macht Zärtlichkeit,
der Schmerz um Vergängliches erneuert.
Aus den Filtern behutsamer Trauer
bergen wir die Schönheit, die bleibt

(Christine Busta)

Samstag, 29. Juni 2013

Freitag, 28. Juni 2013

What if instead 
of the right words, 
all that it took 
was the right pair of ears 
and the right beating heart?

(Mary Kate Teske)
Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden, 
in welchen meine Sinne sich vertiefen; 
in ihnen hab ich, wie in alten Briefen, 
mein täglich Leben schon gefunden 
und wie Legende weit und überwunden.
Aus ihnen kommt mir Wissen, dass ich Raum 
zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe. 
Und manchmal bin ich wie ein Baum, 
der, reif und rauschend, über einem Grabe 
den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe 
(um den sich seine warmen Wurzeln drängen) 
verlor in Traurigkeiten und Gesängen.

(R.M. Rike)

Donnerstag, 27. Juni 2013

Ich möchte klein sein
und schwach sein
und eingerollt.
Und um mich einen Menschen,
der mein Haus ist
der Festland ist, wenn um mich
das Wasser herumwellt,
der Flügel hat
und mich davonträgt,
wenn die Welt nichts mehr her gibt,
der meine Träume auffängt
und daraus Tautropfen macht
der seine warme Hand auf meine Haut legt,
wenn sie friert,
der mein Zittern behutsam fortdrückt
der die Kälte um mich forthaucht,
der einfach da ist
in diesen Augenblicken 
und wenn ich "Scheisse" sage,
nickt.

(Edith Soballa)

Mittwoch, 26. Juni 2013


In einem anderen
Land
soll die Erde
flach sein
der Horizont zwar
unerreichbar
wie hier
aber das Meer
ganz nah
sollen die Bäume
vom Wind
gebeugt sein
und nur
die Bäume

(Günter Navky)




Dienstag, 25. Juni 2013

 Die Wirklichkeit ist nicht so, wie ich sie gern hätte.

Sie ist nicht so, wie sie sein sollte.

Sie ist nicht so, wie man mir gesagt hat, dass sie sei.

Sie ist nicht so, wie sie einmal war.

Noch ist sie so, wie sie morgen sein wird.

Die Wirklichkeit um mich herum ist, wie sie ist.

(Jorge Bucay)

Montag, 24. Juni 2013

Nachts schwimme ich 
Im Strom der Sterne 
Die mich träumen 
An Feiertagen 
Lieg ich im Waldschatten 
Und sehne mich 
Nach dem Licht das erleuchtet 
Um meinen Weg zu finden 
Zu deinem Weg 

(Rose Ausländer)

each man must realize
that it can all disappear very 
quickly:
the cat, the woman, the job,
the front tire,
the bed, the walls, the
room; all our necessities
including love,
rest on foundations of sand - 
and any given cause,
no matter how unrelated:
the death of a boy in Hong Kong
or a blizzard in Omaha ...
can serve as your undoing.
all your chinaware crashing to the 
kitchen floor, your girl will enter
and you'll be standing, drunk,
in the center of it and she'll ask:
my god, what's the matter?
and you'll answer: I don't know,
I don't know ...

(Charles Bukowoski)

Sonntag, 23. Juni 2013

Eines Tages
werde ich Dir ein Gedicht schreiben,
das weder die Luft erwähnt
noch die Nacht,
ein Gedicht,
das die Namen der Blumen auslässt,
in dem es keinen Jasmin
und keine Magnolien gibt.
Eines Tages
werde ich Dir ein Gedicht schreiben
ohne Vögel und Quellen,
ein Gedicht
das das Meer umgeht
und das nicht in die Sterne schaut.
Eines Tages
werde ich Dir ein Gedicht schreiben,
das sich darauf beschränkt,
mit den Fingern
über Deine Haut zu fahren,
und das Deinen Blick
in Worte verwandelt.
Ohne Vergleiche, ohne Metaphern,
eines Tages
werde ich Dir
ein Gedicht schreiben,
das nach Dir riecht,
ein Gedicht
mit dem Rhythmus Deines Pulses,
mit der Kraft,
dem Druck Deiner Umarmung.
Eines Tages werde ich Dir
ein Gedicht schreiben,
den Gesang meines Glücks. 

(Darío Jaramillo Agudelo)

Samstag, 22. Juni 2013

Freitag, 21. Juni 2013

nacht

die nacht weiss, was ich nicht weiss
kennt meinen wahren namen
birgt ihn
im sand der rieselnden zeit

was weht da im morgen
macht hinter der milchscheibe
der frühen stunde
ein zeichen

am tag
ein innehalten
verlorenes sinnen

erwache
mahnt ein traum

(Eveline Hasler)


Donnerstag, 20. Juni 2013

Nachtgedanken

Die schönste Zeit in meinem Heute:
wenn die geballten Tagesfäuste
sich verwandeln
in warme zärtliche Nachthände,
streichelnd Deine Wärme fühlen,
wenn unsere Zweisamkeit
sich wie eine warme Kuppel
über uns senkt
und die Welt
aussperrt.

(Heidi Lachnitt)

Mittwoch, 19. Juni 2013


Im Gefieder der Angst
die Flugkraft
Hoffnung -
Weit eilt ihr Flügel
über das Scheitern hinaus.
Federleicht
enthebt sie sich
der Schwerkraft
menschlicher Sorge.
Selig manchmal:
Allein im Gleitflug
mit neuem Lied.

( Charlotte De Laere)