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Sonntag, 19. Januar 2014
Freitag, 17. Januar 2014
Beichte
Immer die gleiche Rose.
Immer das gleiche Gesicht.
Unter wechselndem Monde.
Unter wechselndem Licht.
Immer die gleiche Tollheit.
Immer der gleiche Traum.
Immer noch keine Weisheit.
Immer noch nicht: wie ein Baum.
(Eva Strittmatter)
Dienstag, 14. Januar 2014
Ich dachte lange Zeit,
dass ich die merkwürdigste Person auf der Welt bin,
doch dann dachte ich,
dass es so viele Menschen auf der Welt gibt,
dass es noch jemanden wie mich geben muss,
jemanden, der sich auf die gleiche Weise
wie ich bizarr und fehlerhaft fühlt.
Ich stelle sie mir vor,
und ich stelle mir vor,
dass sie irgendwo da draussen ist,
und dass sie auch an mich denkt.
Nun, ich hoffe,
dass falls du da draussen bist
und dies liest,
du weisst, ja, es ist wahr,
ich bin hier,
und ich bin ebenso eigenartig wie du.
(Frida Kahlo)
Montag, 13. Januar 2014
Sonntag, 12. Januar 2014
Donnerstag, 9. Januar 2014
Schöner
Schöner sind die Gedichte des Glücks.
Wie die Blüte schöner ist als der Stengel
der sie doch treibt
sind schöner die Gedichte des Glücks.
Wie der Vogel schöner ist als das Ei
wie es schön ist wenn Licht wird
ist schöner das Glück.
Und sind schöner die Gedichte
die ich nicht schreiben werde.
(Hilde Domin)
Mittwoch, 8. Januar 2014
Montag, 6. Januar 2014
The Guest House
This being human is a guest house.
Every morning a new arrival.
A joy, a depression, a meanness,
some momentary awareness comes
as an unexpected visitor.
Welcome and entertain them all!
Even if they are a crowd of sorrows,
who violently sweep your house
empty of its furniture,
still, treat each guest honorably.
He may be clearing you out
for some new delight.
The dark thought, the shame, the malice.
meet them at the door laughing and invite them in.
Be grateful for whatever comes.
because each has been sent
as a guide from beyond.
(Jelaluddin Rumi)
Your first kiss isn’t as important as your last.
The math test really didn’t matter.
The pie really did.
The stuff you’re good at
and the stuff you’re bad at
are just different parts of the same thing.
Same goes for the people you love
and the people you don’t
and the people who love you
and the people who don’t.
The only thing that mattered
was that you cared about a few people.
Life is really, really short.
(Ethan Wate, Beautiful Chaos)
Sonntag, 5. Januar 2014
Immer von neuem entsteht die Frage:
Was sollen wir tun?
Es gibt täuschende Tage,
Da scheinen wir in uns, gesichert, zu ruhn.
Wir kennen den Weg und wissen die Wahrheit.
Und die Erde ist ein für allemal rund.
Doch hinter der scheinbar äussersten Klarheit
Gibt es noch einen dunkleren Grund.
Und Zweifel sind möglich und finden uns wieder,
Wenn wir endlich mit uns im reineren waren.
Und so kann es geschehn: unsre süssesten Lieder
Sind gepresst aus unseren bittersten Jahren.
(Eva Strittmatter)
erzählt mir nichts
erzählt mir nichts.
meine flimmernden augen
haben die wolken gesehn,
in so vielen pfützen sind
meine schuhe versunken, und
so viele worte verschluckte mein
einsamer mund. was ist die welt:
ein fetzen himmel und wind
im gestrüpp. schon immer fiel
das haar mir steil vom kopf.
von anbeginn reiss ich
die ohren auf. erzählt mir
nichts: meine füsse haben
den boden berührt.
(hans-ulrich treichel)
Frühjahrsputz
Das Sofa verlassen
Die Trägheit wegräumen
Gedanken ausschütteln
Zerbrochene Gefühle ausmisten
Die Ansprüche entrümpeln
Verblasste Träume einfärben
Verlorene Freude wieder finden
Lächeln neu lackieren
Den Antrieb umtopfen
Das Ende zum Anfang kehren
Alles gegen den Strich bürsten
Die Zukunft rein waschen
Alte Rituale einmotten
Mein Menschlein abstauben
Neue Worte suchen
(Hermine Geissler)
Donnerstag, 2. Januar 2014
The place where beauty starts
Not to make loss beautiful,
But to make loss the place
Where beauty starts. Where
the heart understands
For the first time
The nature of its journey.
Love, yes. The body
of the beloved as the gift
Bestowed. But only
Temporarily. Given freely,
But now to be earned.
Given without thought,
And now loss
Has made us thoughtful.
(Gregory Orr)
Mittwoch, 1. Januar 2014
Es gibt einen Weg,
den keiner geht,
wenn Du ihn nicht gehst.
Wege entstehen,
indem wir sie gehen.
Die vielen zugewachsenen,
wartenden Wege
von ungelebtem Leben überwuchert.
Es gibt einen Weg,
den keiner geht,
wenn Du ihn nicht gehst.
Es gibt Deinen Weg,
ein Weg, der entsteht,
wenn Du ihn gehst.
(Werner Sprenger)
Dienstag, 31. Dezember 2013
Psst
Träume deine Träume in Ruh.
Wenn du niemandem mehr traust,
Schliesse die Türen zu,
Auch deine Fenster,
Damit du nichts mehr schaust.
Sei still in deiner Stille,
Wie wenn dich niemand sieht,
Auch was dann geschieht,
Ist nicht dein Wille.
Und im dunkelsten Schatten,
Lies das Buch ohne Wort.
Was wir haben, was wir hatten,
Was wir - -
Eines Morgens ist alles fort.
(Joachim Ringelnatz)
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