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Donnerstag, 17. Mai 2018

Samstag, 28. April 2018

Mit Maiglöckchen 
läutet das junge Jahr
seinen Duft

Der Flieder erwacht
aus Liebe zur Sonne
Bäume erfinden wieder ihr Laub
und führen Gespräche

Wolken umarmen die Erde
mit silbernem Wasser
da wächst alles besser

Schön ists im Heu zu träumen
dem Glück der Vögel zu lauschen

Es ist Zeit sich zu freuen
an atmenden Farben
zu trauen dem blühenden Wunder

Ja es ist Zeit
sich zu öffnen
allen ein Freund zu sein
das Leben zu rühmen


(Rose Ausländer)

Freitag, 27. April 2018

Dienstag, 17. April 2018


Nach dem Erwachen

Dank für den Augenblick
in dem die Helligkeit
wieder da ist,
sich an die Arbeit macht,
auseinanderfaltet,
was sich eben noch
verdeckt hielt.


(Walter Helmut Fritz)

Samstag, 14. April 2018

Federn lassen und dennoch schweben, 
das ist das Geheimnis des Lebens.

(Hilde Domin)

Montag, 9. April 2018

We are all wanderers on this earth. 
Our hearts are filled with wonder, 
our souls are deep with dreams.

(Gipsy proverb)

klar -
es ist frühling und niemand
niemand wundert sich
über fische am himmel
und schwebende steine
schau hin die wolken sie
schwingen hell in den zweigen
alles ist leicht sagst du
selbst die erde
wiegt nicht mehr
so schwer

(Sylvia Hagenbach)

Donnerstag, 5. April 2018

Wir glauben so lange nicht an uns,
bis jemand uns zeigt,
dass tief in uns etwas wertvoll ist,
etwas, das unser Zuhören wert ist,
das unser Vertrauen verdient,
das unserer Berührung heilig ist.
Wenn wir einmal an uns selbst glauben,
können wir Neugier wagen, Staunen, 
spontanes Entzücken oder jede Erfahrung,
die den menschlichen Geist offenbart.

(E.E. Cummings)

Mittwoch, 4. April 2018

Mit kleinen Schritten, gemessen, gemessen,
Die Strecke Weges, die schwierig ist, gehen.
Das Schöne erinnern, das Schlechte vergessen
Und schweigend die Zeichen der Hoffnung verstehen.
Denn ohnedem ists nicht: die Graugänse schreien.
Im Finsteren Tausende auf ihrem Zug
Verliern das Gesetz nicht, sich schützend zu reihen.
Und führen die Hoffnung mit sich im Flug.

(Eva Strittmatter)

Montag, 2. April 2018

losgelöst

wie mir die tage fehlen
wo das südlicht
das meer silbert
die brandung wandelt
in sprühende schleier
diamantener wogen
die fest ihre zähne
schlagen in schroffes gestein
und in mein herz
die gischt zum gleissen bringt
meterhoch aufgebäumt
träume, wünsche
und am ende ich
losgelöst
im blau-weißen funkeln 

wie mir die tage fehlen



(Isabella Kramer)

Samstag, 31. März 2018

Mit Dichtung musst du was an
fangen können eine Reise
um die Welt einen Fisch
aus dem Meer - anfangen
wie eine Liebe mit vierzehn
fangen den Ton aus dem Jägerhorn

Mit Dichtung musst du was an
fangen wollen die Fahrkarte
musst du schon selber kaufen
oder die Angel den Engel
nicht leugnen wenn er dich ruft
trau dich ihm zu folgen

im Flug ohne Angst
vor dem Absturz oder
der anderen Welt
in die er dich führt
als wärest du dort
schon immer zu Hause gewesen

(Ulla Hahn)

Donnerstag, 29. März 2018

Das Licht

Es hat mich begleitet,
beinahe jeden Tag.
Es zeigte mir das Meer und die Tiere,
den Schnee auf den Bergen
und im Waldschatten den Farn.
Ich habe mich für das Licht
nicht bedankt.
Es wies auf die Gegenstände
und lehrte mich sprechen.
Es lehrte mich lesen und schreiben
nach der Natur.
Ich habe mich für das Licht
nicht bedankt.
Einmal zog es sich zurück,
und ich konnte im Spiegel
meine Augen nicht finden.
Aber dann kehrte es wieder,
und ich habe mich
flüsternd bedankt.

(Rainer Malkowski)

Sonntag, 25. März 2018

The greatest fear in the world 
is the opinion of others, 
and the moment you are
unafraid of the crowd, 
you are no longer a sheep, 
you become a lion. 
A great roar arises in your heart,
the roar of freedom.

(Osho)

Donnerstag, 22. März 2018

Gehen wir in die Stunden hinein
gehen wir ins Ungewisse hinaus
gehen wir als Regen
gehen wir als Halme rieseln wir als Sand

gehen wir behutsam
lassen wir das Leichte fliegen
lassen wir das Schwere liegen
geben wir den Schatten unsere Schatten
geben wir den Nächten unseren Atem
gehen wir

(Werner Lutz)

Sonntag, 18. März 2018

Samstag, 17. März 2018


Das Wort Hoffnung und das Wort Vertrauen
das Wort Dankbarkeit und das Wort Treue
Freiheit nenne ich und das Wort Mut
auch Gerechtigkeit und das grosse Wort Frieden
und was wir Glück nennen Glückseligkeit
die unbegreifliche Gnade und das leise Wort Geduld
und das Wort Erbarmen ja davon lebe ich

Das Wort Mutter und das Wort Brot
Kind sage ich mein Vater mein Freund
und Freundlichkeit und Geborgensein
Meer sage ich und Baum und Himmel
Wolke und Siebenarmiger Leuchter
Traum sage ich und Nacht meine Schwester
ich nenne die Liebe und das zärtliche Wort Du

Feiern will ich die Wörter
von denen wir leben

(Lothar Zenetti)

Freitag, 16. März 2018


Berühre die Dinge mit Deinen Blicken,
mit Deinem Segen,
als kehrten sie heim nach langer Reise,
als wollten sie nirgends sein als bei Dir.
Der Stift auf dem Tisch, mit dem Du schon so oft
schreibend Land gewonnen hast in den Wogen des Lebens.
Der Stuhl, auf dem ein liebgewonnener Gast saß
und Dir Brücken über die Einsamkeit baute.
Das Bett, auf dem Du reist
in die Tiefen Deiner Träume,
in das, was sich wie über die tönernen Ränder
eines reichlich gefüllten Kruges
in die Welt verströmen will.
Das Fensterkreuz, das Deine Blicke ordnet,
während sie dem Mondlicht folgen
mit ahnungsvoller Sehnsucht.
Das Regal, das sich biegt
unter dem Gewicht der Bücher,
unter geschriebenen Worten, 
die eine harte Welt erweichten 
für einen flüchtigen Augenblick.
Berühre die Dinge mit Deinen Blicken,
mit Deinem Segen,
mit zärtlichem Dank für ihre Freundschaft,
mit heiterem Staunen über ihre Geduld.
Sie dienen Dir täglich und wachsen Dir ans Herz
mit ihrer stummen Hingabe an Deinen Wunsch,
inmitten schmerzlicher Übergänge
hier und da vor Anker zu gehen,
fühlbaren Grund unter Deinen Händen,
für einen Moment selbstgenügsamen Glücks,
für einen Moment leidloser Gegenwärtigkeit.

(Giannina Wedde)

Samstag, 10. März 2018

Es ist die Neugier, 
die mich antreibt. 
Sie führt mich tief 
ins Herz der Welt.

(Arundhati Roy)



Bild: Heike Maria