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Dienstag, 1. Januar 2019

Dem Traum 
die Hand reichen, 
der durch deine Tage 
tanzt 
und deine Nächte, 
wie leichtfüssig  
ein Herz doch ist - 
ohne Netz 
und doppelten Boden 
folgt es leise 
dem Licht eines Lächelns 
über das Seil 
der Sehnsucht, 
ins Weite 
gespannt. 

(Isabella Schneider)

Sonntag, 30. Dezember 2018

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Wenn ich
nachts
meinen Arm ausstrecke
zu deinem
ist für einen Moment
eine zarte Brücke da
von einem Ich
zum andern
über welche Gestalten huschen
hin und her
mit Botschaften unter den Mänteln
aus Wehmut, Freude und Träumen
und dem einzigen Ziel
sich ins andere Ich zu retten
bevor die Arme
sich wieder lösen.

(Franz Hohler)

Dienstag, 25. Dezember 2018

Freitag, 21. Dezember 2018

Der Traum von Weihnachten

Dieser Wachtraum zwischen den Zeiten
zwischen Tag und Nacht
dieses Ereignis diese Mär
die für einen Augenblick
die Welt verzaubert
die Menschen menschlicher macht
sie anstösst sie auferweckt
wie im Blitzlicht zu erkennen
was ist - was sein könnte
zu erhorchen den Ton
den betörenden
der Menschen umstimmt
sie meilenweit trägt
durch alle Gezeiten

(Annemarie Schnitt)

Dienstag, 18. Dezember 2018



Träume deine Träume in Ruh.

Wenn du niemandem mehr traust,
Schliesse die Türen zu,
auch deine Fenster,
Damit du nichts mehr schaust.

Sei still in deiner Stille,
Wie wenn dich niemand sieht.
Auch was dann geschieht,
Ist nicht dein Wille.

Und im dunkelsten Schatten
Lies das Buch ohne Wort.
Was wir haben, was wir hatten,
Eines Morgens ist alles fort.

(Wislawa Szymborska)

Montag, 26. November 2018


Allmählich entfallen mir
die Gegenden.
Nur noch die eine,
der Hügel,
auf dem mein Engel
seine Flügel
abstreift,
dort, wo Wege sich gabeln,
Koffer offen liegen,
gefüllt mit Schnee,
bereit,
für meine Reise.

(Peter Härtling)

Samstag, 24. November 2018

Mittwoch, 21. November 2018



Wolken klettern wie Tiere auf den Berg des Himmels,
die Abende dunkeln zu früh und aus allen
Lampen tropft der Herbst.

Dies kennst du, es ist November,
weit sind Wiesen und die Gerüche des Waldes.
Als du sehr klein warst, fingst du Schmetterlinge.

Alles verging wie ein Atemzug voll Wind.
Zwischen die Tage schieben sich Ewigkeiten.
Du hörst, wie unterm Regen ein Kind eine Mundharmonika bläst.
Die Bäume rosten und
wie ein Flug Wildenten erscheinen 
im Schilf die Geschwader der Sterne.

(Günter Eich)

Sonntag, 21. Oktober 2018

Montag, 15. Oktober 2018

Befreunde dich mit der Welt

Befreunde Dich 
mit der Unschuld des Morgens,
der seine frühen Vögel aussendet
als Boten der Freude.
Mit der Würde der Bäume,
die Dich aufrichten, wenn Dich etwas beschwert,
und die Dich daran erinnern,
Deine Wurzeln tiefer in der Erde zu verzweigen.
Mit dem Perlen des Baches,
der Dich ermuntert, weich zu bleiben
und die Quelle zu suchen, die ihn ruft.

Befreunde Dich
mit dem Klang des Regens,
der in all Deinen Ruhelosigkeiten
einen Raum der Andacht öffnet.
Mit dem Dunkel der Nacht,
das Dich in Sorglosigkeit hüllt
und Dich einlädt, alle Ängste loszulassen.
Mit dem schweigenden Herbst,
der seine Kräfte sammelt
wie Du an der Schwelle
zu einem kühneren Traum von Leben.

Befreunde Dich
mit der Schönheit im Menschen,
mit der Wärme, die den anderen sucht
an den kargen Orten des Alleinseins.
Mit den leisen Worten des Zuspruchs,
in denen wir den Mut finden,
aus dem Schatten ins Licht zu treten.
Mit den gemeinsamen Träumen,
die viele Hände brauchen,
damit das Gute in unserer Mitte
Gestalt annehmen kann.

Befreunde Dich mit der Welt,
mit allem, was darin lebt,
denn nur in Freundschaft
hörst Du sie sprechen,
die Meere und Wälder,
die Felsen und Blüten.
Und nur in Freundschaft
wächst die Freude unter den Menschen,
und Du selbst wirst ein heiliger Raum
der Friedfertigkeit.
Es wartet in allem ein Segen
auf den Freund, der kommt und hört.

(Giannina Wedde)

Dienstag, 9. Oktober 2018

Dienstag, 2. Oktober 2018

Jeder Tag ist ewig, 
auch wenn er in 
ein paar Stunden vorbei ist.
So wie jeder einzelne Faden 
den ganzen Teppich ausmacht, 
so ist jeder Blick, jedes Wort –
gerade auch die schüchternen –
von dir und von mir
und jede Berührung in ihrer Zartheit
eine Farbe des Teppichs, 
der in der Ewigkeit liegt, 
über den wir lachend 
mit nackten Füssen gehen.

(Ulrich Schaffer)

Samstag, 8. September 2018

Mittwoch, 5. September 2018

Ich will dir aufspielen 
Herz
da der erste Schnee
auf den Bergen liegt
und deine Sehnsucht
sich sammelt 
im Schwärmen der Vögel 

Ich will dir aufspielen 
Herz
worauf warten?
worauf hoffen?
Die Sterne sind verborgen
im Tage
und die Töne
auf den Saiten
der Gitarre
schlummern
im Liebkosen
unserer 
gefiederten Hand

Ich will dir aufspielen
Herz
dass unsere Tage
in den Tanz sich drehen
und wir einkehren
in die Herberge
der Freiheit

(Linard Bardill)

Freitag, 31. August 2018

Segen für das Kind

Wenn ich wüsste, was das Leben mit Dir vorhat, wenn ich wüsste, an welchen Wegkreuzungen Du innehalten und grossen Mut brauchen wirst, und einen Menschen der mehr an Dich glaubt als Du es gerade vermagst, wenn ich wüsste, wie oft Du fallen wirst, wie oft zweifeln an der Gutheit der Dinge, dann eilte ich wohl voraus, um Dich zu erwarten, Dich zu beschützen, um Dich aufzurichten und zu bestärken, ja, sogar um an Deiner Stelle die Dinge zu tragen, die Dich bedrücken.

Aber das Leben teilt mit Dir sein eigenes Geheimnis, an das ich nicht rühren darf.

Dein Glück wird getragen sein von all den ernsten und leichtherzigen, den geringen und bedeutenden Entscheidungen, die in Dir reifen. Von den vielen Aufbrüchen, zu denen Du Dich selbst ermuntern wirst, auch angesichts größter Anstrengung. Es wird getragen sein von Deiner Bereitschaft zu hören, auf Deine innere Stimme, auf Dein sehnsuchtsvolles Herz, und auf den drängenden Ruf Deiner schöpferischen Kräfte.

So wie Du auf Deinem Weg lernen wirst, die Dinge mit wachsendem Vertrauen in Deine Hände zu nehmen, so werde ich lernen müssen, sie aus der Hand zu geben. Denn in Dir richtet sich das Leben auf wie in einem stolzen Feuervogel, der mit ausgebreiteten Schwingen die Himmel bereist, und dessen Kraft von der Flamme des Lebenshungers ebenso zehrt wie von der Asche erloschener Träume.

Ein starkes Herz schlage in Dir, eines das sich nicht schrecken lässt von den Kämpfen des Alltags, von den schmerzlichen Erfahrungen, die uns manchmal schon in jungen Jahren verwunden. Ein empfindsames Herz schlage in Dir, eines das berührbar bleibt für alle Wesen, die leiden und hoffen auf ihre Weise, und die Deine Sehnsucht nach Leben teilen. Ein frohes Herz schlage in Dir, eines das staunt über die Gegenwart des Grössten im Kleinen, eines das sich erobern lässt von der Schönheit dieser Welt.


(Giannina Wedde,aus: "In Deiner Weite lass mich Atem holen")

Sonntag, 12. August 2018

Gib dem Schmerz nicht falsche Namen,
frag die Trauer, was sie will.
Wohin möchte dich das führen,
was dir heut das Herz zerreisst.
Dunkel darfst du nennen,
was ohne Botschaft für dich ist.
Sieh, der Schmerz ist nur ein Licht,
das auf dein Morgen fällt,
zu wärmen eine Wunde,
die dein Herz gerettet hat.

(Sami Kuci)

Montag, 30. Juli 2018

Samstag, 28. Juli 2018

Freitag, 27. Juli 2018

Mutterland













Mutterland


https://www.lebensausdruck.ch



Inspirations- und Kraftort



Frauenkraft



Traumzeit


Sommermagie



Freitag, 20. Juli 2018

Donnerstag, 19. Juli 2018

Schliesse die Tür der Sprache 
und öffne das Fenster der Liebe.
Der Mond wird nicht die Tür benutzen, 
nur das Fenster.

(Rumi)

Mittwoch, 11. Juli 2018

Dienstag, 10. Juli 2018

Lake Como





die sommernächte stehn in voller blüte
auf deinen dunklen flüssen flirrt der leise traum
und in den hinterhöfen werfen karge bäume
mit ihren ästen schatten in die dunkelheit
von woher kommt des weges rat und kluge richtung
und wohin geht der traum wenn sich der morgen nährt
die antwort bleibt sich wie so oft im ansatz pures rätsel
nur sommernächte stehn in voller blüte
und frühes grün auf deines herzens fensterbrett

(Hermann Josef Schmitz)