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Donnerstag, 16. Juli 2020
Oh do you have time
to linger
for just a little while
out of your busy
and very important day
for the goldfinches
that have gathered
in a field of thistles
for a musical battle,
to see who can sing
the highest note,
or the lowest,
or the most expressive of mirth,
or the most tender?
Their strong, blunt beaks
drink the air
as they strive
melodiously
not for your sake
and not for mine
and not for the sake of winning
but for sheer delight and gratitude –
believe us, they say,
it is a serious thing
just to be alive
on this fresh morning
in the broken world.
I beg of you,
do not walk by
without pausing
to attend to this
rather ridiculous performance.
It could mean something.
It could mean everything.
It could be what Rilke meant, when he wrote:
You must change your life.
(Mary Oliver)
Donnerstag, 18. Juni 2020
I can’t stay, mother.
I love you, but I wasn’t born to please you
I wasn’t born to make you happy
or give your life meaning.
I wasn’t born to rot under your wings
like an unhatched egg.
I can’t stay, teacher.
I wasn’t born to be put into your boxes
to think along your lines
or to memorize your facts
I was born to think independently.
I can’t stay, my love.
I wasn’t born to satisfy your needs
to take care of you
or to hide in your arms.
I wasn’t born to make myself smaller
or to be taken for granted.
I can’t stay, boss.
I wasn’t born to make money for others
I wasn’t born to follow orders
or to repeat the same day over and over again
I wasn’t born for boredom.
I can’t stay, master.
I wasn’t born to follow your ideas of what truth is
or to live according to your dogmas.
I was born to find my own truth
and make my own rules.
I was born to meet life full on
To get lost on Andean trails
To be seduced by mysterious men
To meet different faces, places and cultures
to be out in the jungle all night
To run with wolves
To be swept off my feet
To be taken by storm
To be heartbroken
Devastated
Stunned
Shocked
Lost
Thrown into the deep
I was born to get my hands dirty
To get sand in my mouth
Mud on my clothes
Thorns under my feet
I was born to jump into the abyss
I was born to meet aliens
To do rituals
To be cracked open in ceremony
To go beyond time and space
To welcome magic
To totally lose myself
I was born to feel everything
To taste everything
The bitter taste of sorrow
The foul taste of deceit
The sweet taste of love
I was born to learn how to handle change gracefully
I was born to know the truth
to learn how to fly
I was born to learn how to speak the language of love
How to unchain my heart
How to shed everything
How to let go of all expectations.
I was born to learn how it feels to lose everything
except what really matters.
I was born to live a life that would strip away everything that wasn’t real
that wasn’t true
that wasn’t me
I am a phoenix.
I am born to spread my wings and fly towards the sun
To burn up and turn to ashes
To fall down to earth and rise up again
When I am old
I will be proud of my scars
My wrinkles
My memories
My stories
My wisdom
My freedom.
I was born to be free.
And therefore, I can’t stay
Freitag, 5. Juni 2020
Wenn du an deinem Lebensabend
auf dein vergangenes Leben zurückblickst,
wünsche ich dir, dass du sagen kannst:
Ich war berührbar, statt belastbar.
Ich habe mitgefühlt, statt mich zu verschliessen.
Ich war emotional, bin auf den Wellen meiner Gefühle gesurft,
statt in jeder Situation sachlich, rational und nüchtern zu bleiben.
Ich habe mich dem Schmerz hingegeben,
statt wie der sprichwörtliche Indianer keinen Schmerz zu kennen.
Ich habe geweint, statt immer meinen Mann zu stehen.
Ich bin da geblieben und habe mich nicht aus dem Kontakt geschlichen.
Ich war nah an meinem verletzlichen Kern, statt mir ein dickes Fell zuzulegen.
Ich habe auch in schwierigen Situationen mein authentisches Selbst gezeigt,
statt mich hinter Masken und Rollen zu verstecken.
Ich habe mir und anderen gegenüber ehrlich geäussert,
was zu viel für mich ist und was ich brauche,
um gut leben und arbeiten zu können,
statt meine Bedürfnisse unter den Teppich zu kehren.
Ich habe aufgehört, ständig über meine Grenzen zu gehen.
Ich habe mich meinem Inneren zugewendet und mir Ruhe gegönnt,
statt ständig mein Äußerstes zu geben.
Ich habe achtsam ausgewählt, was mich nährt und mir tatsächlich guttut,
statt auf allen Hochzeiten zu tanzen.
Ich war manchmal verloren und orientierungslos,
statt zielorientiert mit Siebenmeilenstiefeln meine Selbstoptimierung voranzutreiben.
Ich habe mich manchmal an den kleinen Schritten erfreut,
statt immer das Maximale herausholen zu wollen.
Ich habe rechtzeitig Pausen gemacht, statt mich
über die letzten Reserven hinaus
zu weiteren Hochleistungen zu pushen.
Ich bin manchmal für einige Zeit liegen geblieben, statt gleich aufzustehen,
mein Krönchen zu richten und weiterzugehen.
Ich war manchmal schwach und hilfsbedürftig,
statt immer stark und unabhängig zu sein.
Ich habe mir erlaubt Hilfe anzunehmen
und nicht immer nur derjenige zu sein, der eine starke Schulter bietet.
Ich habe mich den tiefsten Tiefen und den höchsten Höhen
meiner Gefühle hingegeben, statt immer die Kontrolle zu behalten.
Ich habe Verbundenheit mit mir selbst,
mit anderen und mit der Natur, dem Kosmos erfahren,
statt dem ständigen Geplapper meines Egos zu lauschen.
Ich habe unbeschreibliche Facetten und Farbnuancen entdeckt,
wo andere nur Schwarz, Grau und Weiss sahen.
Ich habe meinen inneren Reichtum schätzen gelernt,
wenn andere von nutzlosem Träumen und Trödeln sprachen.
Ich habe manchmal den Sprung gewagt,
auch wenn ich nicht sicher wissen konnte,
ob da ein Netz ist, das mich auffängt.
Ich habe mir erlaubt, weich und sensibel zu bleiben,
statt hart und angepasst zu werden.
Ich habe gelernt, meine Feinfühligkeit zu schätzen und gut für mich zu sorgen,
auf dein vergangenes Leben zurückblickst,
wünsche ich dir, dass du sagen kannst:
Ich war berührbar, statt belastbar.
Ich habe mitgefühlt, statt mich zu verschliessen.
Ich war emotional, bin auf den Wellen meiner Gefühle gesurft,
statt in jeder Situation sachlich, rational und nüchtern zu bleiben.
Ich habe mich dem Schmerz hingegeben,
statt wie der sprichwörtliche Indianer keinen Schmerz zu kennen.
Ich habe geweint, statt immer meinen Mann zu stehen.
Ich bin da geblieben und habe mich nicht aus dem Kontakt geschlichen.
Ich war nah an meinem verletzlichen Kern, statt mir ein dickes Fell zuzulegen.
Ich habe auch in schwierigen Situationen mein authentisches Selbst gezeigt,
statt mich hinter Masken und Rollen zu verstecken.
Ich habe mir und anderen gegenüber ehrlich geäussert,
was zu viel für mich ist und was ich brauche,
um gut leben und arbeiten zu können,
statt meine Bedürfnisse unter den Teppich zu kehren.
Ich habe aufgehört, ständig über meine Grenzen zu gehen.
Ich habe mich meinem Inneren zugewendet und mir Ruhe gegönnt,
statt ständig mein Äußerstes zu geben.
Ich habe achtsam ausgewählt, was mich nährt und mir tatsächlich guttut,
statt auf allen Hochzeiten zu tanzen.
Ich war manchmal verloren und orientierungslos,
statt zielorientiert mit Siebenmeilenstiefeln meine Selbstoptimierung voranzutreiben.
Ich habe mich manchmal an den kleinen Schritten erfreut,
statt immer das Maximale herausholen zu wollen.
Ich habe rechtzeitig Pausen gemacht, statt mich
über die letzten Reserven hinaus
zu weiteren Hochleistungen zu pushen.
Ich bin manchmal für einige Zeit liegen geblieben, statt gleich aufzustehen,
mein Krönchen zu richten und weiterzugehen.
Ich war manchmal schwach und hilfsbedürftig,
statt immer stark und unabhängig zu sein.
Ich habe mir erlaubt Hilfe anzunehmen
und nicht immer nur derjenige zu sein, der eine starke Schulter bietet.
Ich habe mich den tiefsten Tiefen und den höchsten Höhen
meiner Gefühle hingegeben, statt immer die Kontrolle zu behalten.
Ich habe Verbundenheit mit mir selbst,
mit anderen und mit der Natur, dem Kosmos erfahren,
statt dem ständigen Geplapper meines Egos zu lauschen.
Ich habe unbeschreibliche Facetten und Farbnuancen entdeckt,
wo andere nur Schwarz, Grau und Weiss sahen.
Ich habe meinen inneren Reichtum schätzen gelernt,
wenn andere von nutzlosem Träumen und Trödeln sprachen.
Ich habe manchmal den Sprung gewagt,
auch wenn ich nicht sicher wissen konnte,
ob da ein Netz ist, das mich auffängt.
Ich habe mir erlaubt, weich und sensibel zu bleiben,
statt hart und angepasst zu werden.
Ich habe gelernt, meine Feinfühligkeit zu schätzen und gut für mich zu sorgen,
statt den Anforderungen und Wünschen anderer zu entsprechen.
Ich habe meine Sensibilität zunehmend als besondere Fähigkeit
für mein Miteinander mit Menschen gesehen, nicht als Schwäche.
Ich habe meine Einzigartigkeit erkannt und mich nicht für mein Anderssein geschämt.
Ich bin mutig meinen Weg gegangen und habe damit den Weg für andere geebnet.
Ich war berührbar und berührte andere.
(Bettina Giessler)
Ich habe meine Sensibilität zunehmend als besondere Fähigkeit
für mein Miteinander mit Menschen gesehen, nicht als Schwäche.
Ich habe meine Einzigartigkeit erkannt und mich nicht für mein Anderssein geschämt.
Ich bin mutig meinen Weg gegangen und habe damit den Weg für andere geebnet.
Ich war berührbar und berührte andere.
(Bettina Giessler)
Mittwoch, 3. Juni 2020
Dein Selbstwert ist nicht gebunden daran,
was andere über dich denken.
Es ist an den Mond gebunden,
an die unendliche Ausdehnung des Kosmos,
an Kometen,
die auf unbekannte Bestimmungsorte zurasen,
an die Zeitvergessenheit
und die Liebe allein
und diese unaussprechliche Dankbarkeit
für jeden neuen Morgen,
der unerwartet ist
und uns gegeben wird.
und uns gegeben wird.
(Jeff Forster)
Freitag, 15. Mai 2020
Freitag, 1. Mai 2020
Keine einzige Beziehung
kann in Sand geschrieben werden.
kann in Sand geschrieben werden.
Wenn sich zwei Menschen
wirklich begegnet und passiert sind,
wirklich begegnet und passiert sind,
egal wie lange die Beziehung dauerte,
bleiben Spuren in der Seele.
Und die Seele ist das Tor zur Unendlichkeit.
Kein Wind oder Welle
kann diesen Eintrag jemals löschen.
kann diesen Eintrag jemals löschen.
Wir können niemanden halten,
aber auch niemanden verlieren.
aber auch niemanden verlieren.
Alles bleibt in uns.
(Bojana Glusac)
Montag, 27. April 2020
And people stayed at home
And read books
And listened
And they rested
And did exercises
And made art and played
And learned new ways of being
And stopped and listened
More deeply
Someone meditated, someone prayed
Someone met their shadow
And people began to think differently
And people healed.
And in the absence of people who
Lived in ignorant ways
Dangerous, meaningless and heartless,
The earth also began to heal
And when the danger ended and
People found themselves
They grieved for the dead
And made new choices
And dreamed of new visions
And created new ways of living
And completely healed the earth
Just as they were healed.
(1869 by Kathleen O’Mara
Reprinted during Spanish flu Pandemic 1919)
Mittwoch, 22. April 2020
Du bist nicht deine Jahre,
auch nicht die Grösse deiner Kleider;
bist weder dein Gewicht,
noch die Farbe deiner Haare.
Du bist nicht dein Name,
oder die Grübchen auf deinen Wangen.
Du bist die ganzen Bücher,
die du gelesen hast -
und alle Wörter, die du sprichst;
Du bist die verschlafene Stimme in der Früh
und das Lächeln,
das du zu verbergen suchst;
Du bist die Süsse deines Lachens
und jeder vergossenen Träne;
Du bist die lautstark gesungenen Lieder,
wenn du wusstest, dass du ganz allein bist;
Du bist auch die Orte, in denen du gewesen bist
und das Einzige, was du wirklich Heim nennst;
Du bist all das, woran du glaubst -
und die Menschen, die du liebst;
Du bist die Fotos in deinem Zimmer
und die Zukunft, die du malst.
Du bestehst aus soviel Schönheit;
doch vielleicht entgeht dir das alles,
seitdem du beschlossen hast,
all das zu sein, was du nicht bist.
(Ernest Hemingway)
Montag, 20. April 2020
Blessed we are
Blessed we are
to dance on this ground
with the rhythm of saints
to carry the sound.
We hold a prayer for the Earth,
for the ones yet to come
May you walk in beauty
and remember your song.
Remember why you came here.
Remember your life is sacred.
Remember why you came here,
remember this life is sacred.
Mittwoch, 15. April 2020
Today I’m flying low and I’m
not saying a word
I’m letting all the voodoos of ambition sleep.
The world goes on as it must,
the bees in the garden rumbling a little,
the fish leaping, the gnats getting eaten.
And so forth.
But I’m taking the day off.
Quiet as a feather.
I hardly move though really I’m traveling
a terrific distance.
Stillness. One of the doors
into the temple.
(Mary Oliver)
Dienstag, 14. April 2020
Freitag, 3. April 2020
Vertrauen
nichts ist gewiss
selbst die jahreszeiten nicht
aber der flieder wird blühen
ebenso wie der himmel
ins unaufhörliche atmet
und deine herzschläge
zu einer liebeserklärung in mir werden
(Hermann Josef Schmitz)
Donnerstag, 2. April 2020
Es gibt auch jetzt noch ein Refugium,
ein Auge in der Mitte des Sturms.
Immer wieder verlieren wir,
was wir nicht brauchen.
Die Not befreit uns vom Ballast.
Wir werfen ab, was uns nicht trägt.
Wir begrüssen das neue Minimum.
Über dem Tod geht die Sonne auf.
Im Leben blühen die ersten Kirschen.
Es ist der alte, neue Ablauf,
der uns begleitet und den wir
nicht wahrhaben wollen.
In der Mitte unseres Leben ist der Tod
und in der Mitte des Todes ist das Leben.
Es kann nicht anders sein
bei der Betrachtung der Welt.
In dem Chaos bildet sich,
wenn wir es erlauben, unser nacktes Herz,
unser beflügeltes Wesen, unsere glühende Liebe,
die jedem Virus gewachsen ist.
Überleben ist nicht alles, ist wenig.
Die Liebe aber, Pfeiler der Welt, ist alles,
und es gibt keinen Ort auf der Welt,
wo sie nicht zu üben ist.
(Ulrich Schaffner)
Montag, 30. März 2020
Es ist alles ganz einfach viel
einfacher und trotzdem
auch so gibt es Augenblicke
in denen es mir zuviel wird
In denen ich nicht verstehe
und nicht weiss, ob ich laut lachen
oder vor Angst weinen soll
oder ohne Weinen
ohne Lachen
still dasein
mein Leben annehmen
meine Durchreise
meine Zeit.
(Idea Vilarino)
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