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Dienstag, 10. August 2021
Freitag, 6. August 2021
Sonntag, 25. Juli 2021
Montag, 12. Juli 2021
Wie ein Mensch, der sich liebt
In dir,
parallel zu deinem Leben,
liegt ein anderes Leben.
Es hat sich still verhalten
und ist mit dir zusammen älter geworden.
Es hat sich nicht aufgedrängt
und nicht die Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Es hat auf den richtigen Augenblick gewartet.
Dabei ist seine Sehnsucht gewachsen.
Sie ist immer dichter geworden,
immer erfüllter und brennender.
Du hast sie gespürt,
hast versucht sie zu erfüllen,
bist ängstlich zurückgewichen.
Vielleicht spricht es jetzt.
Es tut sich immer eine Tür ins Leben auf.
Jeder Tag ist eine Tür.
Sogar das Versäumte hat noch eine Chance,
wenn du auf diese Stimme hörst,
die dich in das Haus deines Lebens führen will,
in dem du endlich
– wie lange wolltest du es schon? –,
dich dir zukehrst wie ein Mensch,
der sich liebt.
(Ulrich Schaffer)
Mittwoch, 7. Juli 2021
Meine Seele hat es eilig
Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt,
dass ich weniger Zeit habe, zu leben,
als ich bisher gelebt habe.
Ich fühle mich wie dieses Kind,
das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat:
die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt,
dass nur noch wenige übrig sind, begann es,
sie wirklich zu geniessen.
Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen,
bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren
und internen Vorschriften besprochen werden,
in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.
Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen
, die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.
Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmässigkeiten zu kämpfen
. Ich will nicht in Besprechungen sein,
in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.
Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.
Mich stören die Neider,
die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen,
um sich ihrer Positionen,
Talente und Erfolge zu bemächtigen.
Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren.
Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile.
Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.
Menschen, die über ihre Fehler lachen können,
die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden.
Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen
und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.
Die die menschliche Würde verteidigen
und die nur an der Seite der Wahrheit
und Rechtschaffenheit gehen möchten
. Es ist das, was das Leben lebenswert macht.
Ich möchte mich mit Menschen umgeben,
die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren.
Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten,
durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.
Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig,
mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.
Ich versuche, keine der Süßigkeiten,
die mir noch bleiben, zu verschwenden.
Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden,
als die, die ich bereits gegessen habe.
Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen,
in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.
Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt,
wenn du erkennst, dass du nur eins hast.
(Mario de Andrade)
Freitag, 25. Juni 2021
Die Kraft spüren
ln der Stille die Kraft spüren,
im Vertrauen geschehen lassen
wie die zarten Knospen im Frühling,
die alle Kraft in sich tragen,
um zu etwas ganz Grossem zu werden.
In der Liebe die Kraft spüren,
die der Himmel dir täglich schenkt
und der Boden, der dich trägt und nährt.
Im Vertrauen die Kraft spüren
ohne den Weg zu kennen,
einfach die Augen offen halten,
um den ganz eigenen Weg zu sehen
und ihn mit Mut zu gehen.
( Monika Minder)
Mittwoch, 23. Juni 2021
wir brauchen uns menschen
unsere zuwendung und unsere tränen
wir brauchen die tage
jenseits der einsamkeit mehr denn je
brauchen wir zärtlichkeit
wir brauchen die stillen tage zu zweit
in denen wir gehen können
schritt an schritt
den blick nach vorne
den blick zugleich zugewandt
brauchen wir uns menschen mehr denn je
über alle verbindungen hinaus
brauchen wir dieses sorgen und umsorgen
dieses halten ohne festzuhalten
brauchen wir uns menschen
(Herrmann Josef Schmitz, Wortgarage)
Dienstag, 22. Juni 2021
Sonntag, 6. Juni 2021
Glücklich unterwegs
"Wer möchte es nicht gern zu fassen kriegen,
das Leben, das Glück,
endlich die Gewissheit verspüren,
angekommen zu sein im Land der Lebensträume,
dankbar Ja sagen zu können zu dem,
was geworden ist im Laufe der Zeit?
Aber das Bleiben ist uns nicht bestimmt.
Abschied und Umbruch treiben uns immer wieder
in Zeiten der Unruhe, in denen wir uns heimatlos fühlen.
Immer neue Bereiche wollen von uns erobert,
unerschlossene Räume in uns selbst
behutsam aufgespürt werden,
um uns mit der in ihnen angelegten Fülle zu bereichern.
Wir bleiben Suchende und Werdende ein Leben lang.
Im Unterwegssein zu uns selbst finden wir heim. “
(Christa Spilling-Nötker)
Sonntag, 30. Mai 2021
To be a woman
What’s it like to be a woman?’
a little bird whispered in my ear.
‘Is it just like being human?’
oh it is so much more, my dear.
We are the holders, we are the keepers,
of the secrets and the truth.
We are the safe place in a storm,
the creator of all youth.
We are the place where life is softest,
we are the colour in the story.
We are the wisdom and the instinct,
Mother Nature in all her glory.
We are the taker of all worry,
we keep it deep within our hearts
So that others may unburden,
so that great new lives may start.
We are the makers of the home,
not just the walls but of the spirit.
Bringing everyone together,
letting love and laughter fill it.
We are sisters, mothers, wives,
so many things in every day.
We are the start of every life,
we are the reason, we are the way.
We are fuelled by intuition,
call it magic, if you like
We are women, so much more,
than any words that I could write.
(Donna Ashworth)
Samstag, 8. Mai 2021
Frag nicht
Frag nicht, was du geleistet hast.
Frag, wann reine Freude aus den Dingen fiel,
wie süße Kerne aus der reifen Frucht.
Und wer die Menschen waren,
die sie mit dir teilten.
Wann unter deiner Hand die Zeit verflog,
weil du in etwas aufgingst
das grösser ist als du.
Und wann die Nächte
ihre goldenen Kammern öffneten,
um einen neuen Traum auf deine Stirn zu legen,
wie eine Zukunft, die dich aus der Ferne ruft.
Frag nicht, was du verloren hast.
Frag, welche Sehnsucht dich heraufbeschwor,
in dieser Welt zu sein.
Und wer du warst, nach jedem Lassen,
gereift an Traurigkeit.
Wann du dir näher kamst durch tiefes Schweigen,
und durch den Mut, nicht wegzulaufen,
auch nicht vor dir.
Wann deine Fragen offen standen,
wie Türen zu geheimen Welten.
Und wann du freier wurdest,
nicht nur von Engen, die dich hinderten,
du selbst zu werden,
auch frei zur Weite der Begegnung,
die Mitte allen Lebens ist.
Frag nicht, was du gewonnen hast.
Frag, was du schenken kannst,
auch morgen wieder,
in die offene Hand der Liebe,
in alle unverheilten Wunden,
und in das Schweigen ohne Trost.
Lass dich gewinnen, lass dich einnehmen
von der kummerlosen Schönheit des Morgens,
von jedem Tag, der dich in seine Mitte träumt
und von den Wundern,
die in deine Blicke fallen,
wenn du erst sehen willst.
Wage es, die unbekannte Welt zu lieben
die vor dir liegt.
(Giannina Wedde)
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