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Mittwoch, 7. März 2012
Dienstag, 6. März 2012
Sonntag, 4. März 2012
Schritt - Atemzug - Besenstrich
Während er sich so dahinbewegte, vor sich die schmutzige Straße und hinter sich die saubere, kamen ihm oft große Gedanken. Aber es waren Gedanken ohne Worte, Gedanken, die sich so schwer mitteilen ließen wie ein bestimmter Duft, an den man sich nur gerade eben noch erinnert, oder wie eine Farbe, von der man geträumt hat. Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte.
"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel, "es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man."
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
"Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
"Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
"Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste."
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
"Das ist wichtig."
(Aus: MOMO von Michael Ende)
"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel, "es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man."
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
"Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
"Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
"Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste."
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
"Das ist wichtig."
(Aus: MOMO von Michael Ende)
Samstag, 3. März 2012
Wanderfrauen
Wanderfrauen
Jede allein draussen,
im Rücken die Kraft der Frauen, lächelnd,
wissend um die Verbindung zu allen anderen.
Vom Frühlingstisch der Sehnsucht aufbrechend,
gehen sie ihrer Wege,
Wanderinnen auf dem Weg in ihre Mitte,
begleitet von Sonne und Mond.
Bereit zu Aufbruch, zu Bewegung,
erfüllt der Blütenregen die Luft mit Freude.
Jung gehen sie Neuem entgegen,
neugierig auf sich selbst,
in jedem Schritt der Beginn einer Heimkehr.
Wüsten sind es, Oasen, Seen,
in denen eine ihrem Leben auf den Grund sieht.
Und immer ist der Weg unter ihren Füssen.
(Cambra Maria Skadé)
Jede allein draussen,
im Rücken die Kraft der Frauen, lächelnd,
wissend um die Verbindung zu allen anderen.
Vom Frühlingstisch der Sehnsucht aufbrechend,
gehen sie ihrer Wege,
Wanderinnen auf dem Weg in ihre Mitte,
begleitet von Sonne und Mond.
Bereit zu Aufbruch, zu Bewegung,
erfüllt der Blütenregen die Luft mit Freude.
Jung gehen sie Neuem entgegen,
neugierig auf sich selbst,
in jedem Schritt der Beginn einer Heimkehr.
Wüsten sind es, Oasen, Seen,
in denen eine ihrem Leben auf den Grund sieht.
Und immer ist der Weg unter ihren Füssen.
(Cambra Maria Skadé)
Freitag, 2. März 2012
ein tag wie dieser
hat uns noch gefehlt,
wie einstmals viele fehlten,
um hier anzukommen.
und viele fehlen noch.
um satt zu werden,
satt zu sein,
bedarf es mehr.
all das, was berge spein,
wie flüsse schwellen,
weltbrand schwelt.
und immer ist es dieser tag,
ein tag taghell, ein flügel,
der nicht brechen darf,
der uns noch fehlt.
(elisabeth borchers)
hat uns noch gefehlt,
wie einstmals viele fehlten,
um hier anzukommen.
und viele fehlen noch.
um satt zu werden,
satt zu sein,
bedarf es mehr.
all das, was berge spein,
wie flüsse schwellen,
weltbrand schwelt.
und immer ist es dieser tag,
ein tag taghell, ein flügel,
der nicht brechen darf,
der uns noch fehlt.
(elisabeth borchers)
Mittwoch, 29. Februar 2012
Flügel
Wir müssen manchmal fallen, damit wir merken,
dass wir Flügel haben.
Mit den Flügeln ist das Vertrauen gemeint,
das Vertrauen in das eigene Leben, dass alles, was uns widerfährt, einen Sinn hat.
Und diejenigen von uns, die am tiefsten fallen, haben die stärksten Flügel.
Und diejenigen von uns, die am tiefsten fallen, haben die stärksten Flügel.
Dienstag, 28. Februar 2012
Montag, 27. Februar 2012
Sonntag, 26. Februar 2012
Samstag, 25. Februar 2012
Freitag, 24. Februar 2012
Lebensnetz
Wie oft hast du dein Lebensnetz
hoffnungsvoll ausgeworfen
eine helfende Hand
ein liebendes Wort
eine zärtliche Geste
ein geduldiges Ohr
zu erhalten
Wie oft hast Du dein Lebensnetz
leer wieder eingeholt -
nicht müde werden
sondern das Netz ausbessern
und wieder auswerfen
es liegt an den nicht heilenden Verwundungen
dass manches
das dir geschenkt wird
dir entgeht
bevor du es erkennen kannst
(Margot Bickel)
Donnerstag, 23. Februar 2012
Schick mir keinen Engel
der alle Dunkelheit bannt
aber einen
der mir
ein Licht anzündet
Schick mir keinen Engel
der alle Antworten kennt
aber einen
der mit mir
die Fragen aushält
Schick mir keinen Engel
der allen Schmerz wegzaubert
aber einen
der mit mir
Leiden aushält
Schick mir keinen Engel
der mich über die Schwelle trägt
aber einen
der in dunkler Stunde
noch flüstert
Fürchte dich nicht
( Elisabeth Bernet)
Mittwoch, 22. Februar 2012
Dienstag, 21. Februar 2012
Zum Meer
Wer hat dich geplant, gewollt,
dich bestellt und abgeholt
Wer hat sein Herz an dich verloren
Warum bist du geboren
Wer hat sich nach dir gesehnt
Wer hat dich an sich gelehnt,
dich, wie du bist, akzeptiert,
dass du dein Heimweh verlierst
Dreh dich um
Dreh dich um
Dreh dein Kreuz in den Sturm
Du wirst versöhnen, wirst gewähren,
selbst befreien für den Weg zum Meer
Wer ersetzt dir dein Programm
Nur wer fallen, auch fliegen kann
Wer hilft dir, dass du trauen lernst,
du dich nicht von dir entfernst
Dreh dich um
Dreh dich um
Vergiss deine Schuld, dein Vakuum
wende den Wind, bis er dich bringt
weit zum Meer
du weisst, wohin
Dreh dich um
Dreh dich um
Dreh dein Kreuz in den Sturm
geh gelöst, versöhnt, bestärkt,
selbstbefreit den Weg zum Meer
(Grönemeyer)
Sonntag, 19. Februar 2012
HUNDREDS OF WAYS
LET THE BEAUTY WE LOVE BE WHAT WE DO.
THERE ARE HUNDREDS OF WAYS
TO KNEEL AND KISS THE GROUND.
( RUMI )
Freitag, 17. Februar 2012
“We are not saints, we are not heroes. Our lives are lived in the quiet corners of the ordinary. We build tiny hearth fires, sometimes barely strong enough to give off warmth. But to the person lost in the darkness, our tiny flame may be the road to safety, the path to salvation. It is not given us to know who is lost in the darkness that surrounds us or even if our light is seen. We can only know that against even the smallest of lights, darkness cannot stand. A sailor lost as sea can be guided home by a single candle. A person lost in the woods can be led to safety by a flickering flame. It is not an issue of quality or intensity or purity. It is simply an issue of the presence of light.”
(Kent Nerburn)
(Kent Nerburn)
Donnerstag, 16. Februar 2012
Mein wirkliches Leben
Lange hatte es für mich so ausgesehen,
als ob mein Leben gleich anfangen würde -
mein wirkliches Leben.
Aber immer war noch irgend etwas im Wege:
Etwas, was ich erst noch kriegen müsste,
Zeit, die erst noch vergehen müsste,
eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste.
als ob mein Leben gleich anfangen würde -
mein wirkliches Leben.
Aber immer war noch irgend etwas im Wege:
Etwas, was ich erst noch kriegen müsste,
Zeit, die erst noch vergehen müsste,
eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste.
Aber dann würde mein Leben beginnen.
Schliesslich dämmerte mir,
dass diese Hindernisse
mein wirkliches Leben waren.
(Thomas Merton)
Schliesslich dämmerte mir,
dass diese Hindernisse
mein wirkliches Leben waren.
(Thomas Merton)
Mittwoch, 15. Februar 2012
Rand und Mitte
Manchmal ist es gut und nötig,
draussen zu sein, am Rand,
wo ich Kontakt habe zu Menschen,
wo ich mich den Aufgaben des Lebens zu stellen habe,
wo Betriebsamkeit herrscht
und eine Bewegung die andere ablöst.
Manchmal ist es gut und nötig,
drinnen zu sein, nahe der Mitte,
wo ich allein bin,
wo nichts von mir verlangt wird,
wo die Bewegungen langsam zur Ruhe kommen
und Stille herrscht.
Rand und Mitte gehören zusammen
und bilden das Ganze,
in dem vieles aufblühen und Früchte tragen kann.
Freuen wir uns an den Schritten hin und her,
den kleinen und zaghaften hinein und hinaus,
den großen und mutigen gelegentlich,
die wir miteinander gehen.
(Bruno Dörig, Wurzelkraft)
drinnen zu sein, nahe der Mitte,
wo ich allein bin,
wo nichts von mir verlangt wird,
wo die Bewegungen langsam zur Ruhe kommen
und Stille herrscht.
Rand und Mitte gehören zusammen
und bilden das Ganze,
in dem vieles aufblühen und Früchte tragen kann.
Freuen wir uns an den Schritten hin und her,
den kleinen und zaghaften hinein und hinaus,
den großen und mutigen gelegentlich,
die wir miteinander gehen.
(Bruno Dörig, Wurzelkraft)
Dienstag, 14. Februar 2012
Geh in Gedanken den Weg zurück
auf dem Du gekommen bist
und Du wirst wissen
was Dich zu dem gemacht hat
was Du heute bist Du wirst
Dir bewusst werden
in welch hohem Maße
Du selbst dazu beigetragen hast
das zu sein was Du heute bist
Aber auch in welch hohem Masse
Du daran mitwirken kannst
was aus Dir werden wird
auf dem Du gekommen bist
und Du wirst wissen
was Dich zu dem gemacht hat
was Du heute bist Du wirst
Dir bewusst werden
in welch hohem Maße
Du selbst dazu beigetragen hast
das zu sein was Du heute bist
Aber auch in welch hohem Masse
Du daran mitwirken kannst
was aus Dir werden wird
(Connor Fairuza Angilotti)
Montag, 13. Februar 2012
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