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Freitag, 27. September 2013

Donnerstag, 26. September 2013


"Wir können das Wunder des Lebens nur richtig verstehen, 
wenn wir zulassen, dass das Unerwartete geschieht. 
Jeden Tag lässt Gott die Sonne aufgehen und schenkt uns jeden Tag einen Augenblick, in dem es möglich ist, alles das zu ändern, was uns unglücklich macht. Tag für Tag übergehen wir diesen Augenblick geflissentlich, als wäre das heute wie gestern und das Morgen auch nicht anders. Aber derjenige, der seinen Tag bewusst lebt, nimmt den magischen Augenblick wahr. Er kann in dem Moment verborgen sein, in dem wir morgens den Schlüssel ins Schlüsselloch stecken, im Augenblick des Schweigens nach dem Abendessen, in den tausenden Dingen, die uns alle gleich anmuten. Diesen Augenblick gibt es – den Augenblick, in dem alle Kraft der Sterne uns durchflutet und uns Wunder vollbringen lässt. Manchmal ist das Glück ein Geschenk – doch zumeist will es erobert werden. Der magische Augenblick eines Tages hilft uns, etwas zu verändern, lässt uns aufbrechen, um unsere Träume zu verwirklichen.”


(Paulo Coelho)



Die letzte Sonne des Jahres.
Der letzte Schmetterling.
Violett blüht die letzte Distel,
Da wo ich gehe und ging
Im Vorjahr und all die Jahre
Vor diesem letzen Jahr.
Wieder die Abschiedsvorstellung.
Was ist, was wird und war,
Verschwimmt in eines. Verändert
Bin vielleicht nur ich.
Und eines Herbstes septembert
Es ohne mich.
Die letzte Sonne des Jahres.
Der letzte Schmetterling.
Violett blüht die letzte Distel,
Da wo ich gehe und ging.

(Eva Strittmatter )

Mittwoch, 25. September 2013

Do not fall in love with people like me
we will take you to
museums and parks
and monuments
and kiss you in every beautiful
place so that you can
never go back to them
without tasting us
like blood in your mouth

(Gabriel Gadfly)

zeichen

mit quecksilberworten
die welt begrüssen

hauchblüten öffnen sich
vögel umarmen das laub

der tag träumt
die nacht ist wach

jahreszeiten spielen
mit den menschen

die warten auf zeichen
von wurzeln und sternen

es heisst
die zeichen erlernen 

(rose ausländer)

Dienstag, 24. September 2013


I will not be just a tourist 
in the world of images,
just watching images passing by 
which I cannot live in, 
make love to,
 possess as permanent sources 
of joy and ecstasy.

(Anais Nin)

Dorfansichten


es knospt
unter den blättern
das nennen sie herbst

(hilde domin)

vernetzt


 




Montag, 23. September 2013

Sonntag, 22. September 2013



Septemberlicht



Samstag, 21. September 2013


Man muss nie verzweifeln, wenn etwas verloren geht, 
ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; 
es kommt alles noch herrlicher wieder. 
Was abfallen muss, fällt ab; 
was zu uns gehört, bleibt bei uns, 
denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, 
die grösser als unsere Einsicht sind 
und mit denen wir uns scheinbar im Widerspruch stehen. 
Man muss in sich selber leben und an das ganze Leben denken, 
an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünften, 
denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt.

(R.M. Rilke)

September









Freitag, 20. September 2013

herbst

es geht so ein nachdenklicher, 
welker duft umher von blumen, 
die die sonne getrocknet 
und die der wind gepresst hat, 
und es ist herbst.

dieser grosse herrliche wind, 
der himmel auf himmel baut; 
in sein land möchte ich gehen 
und auf seinen wegen.

(r.m. rilke)

Donnerstag, 19. September 2013

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen.

Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,

herbstkräftig die gedämpfte Welt
im warmen Golde fliessen.

(Eduard Mörike)

Mittwoch, 18. September 2013

Yeah, she's alright
Just floating through her day
People throwing words around
And talking such trash
There's so much she could say
That's not her way



Dienstag, 17. September 2013


Bitte

Lass mir die Freiheit
der Wildnis
in meinem Herzen.
Gezähmt würde ich
vergehen
vielleicht,
ohne dass du es spürst.
Lass einen Fleck,
wo es wuchern kann,
auch wenn du
dann keinen Einblick mehr hast.

(Ju Sobing)

Montag, 16. September 2013

einige liebesobjekte

die sonne.

landsitze in alten
russischen romanen.

alles hilflose.

das starke.

der verlässliche klang
einer stimme.

leichtfüssigkeit.

die nützlichen
illusionen.

(Rainer Malkowski)

Lied von einer Insel

Wenn einer fortgeht, muss er den Hut
mit den Muscheln, die er sommerüber
gesammelt hat, ins Meer werfen
und fahren mit wehendem Haar,
er muss den Tisch, den er seiner Liebe
deckte, ins Meer stürzen,
er muss den Rest des Weins,
der im Glas blieb, ins Meer schütten,
er muss den Fischen sein Brot geben
und einen Tropfen Blut ins Meer mischen,
er muss sein Messer gut in die Wellen treiben
und seinen Schluck versenken,
Herz, Anker und Kreuz,
und fahren mit wehendem Haar!
Dann wird er wiederkommen.
Wann?
Frag nicht.

(Ingeborg Bachmann)

Samstag, 14. September 2013


So
viele
Menschen
und doch
gleicht
keiner
dem 
anderen

das sieht
nach
Absicht
aus

(Josef Schenk)

Freitag, 13. September 2013

Wir sind nur
Augenblicke,
ein paar Stunden
zwischen gestern und morgen,
zwei Steine am Strand,
zufällig aneinander gelagert,
angeschwemmt am Ufer eines Tages.

(René Schmidt)

Donnerstag, 12. September 2013

September

Mein Lied ist noch nicht aus. 
Nein, schimmerfroh und heiss
Läuft es mit mir durchs Feld, 
soweit ich’s mit mir trage -
Mein Sommerlied, 
das nichts vom Herbst weiss.

  (Silja Walter)


was erwartest du?
dass er herabsteigt
von den bergen
am morgen
der tau
in dein bett von lehm?
bevor die sonne ihn aufleckt
ein korn das versprechen begrünt
zu wachsen und äpfel zu tragen
bis in den himmel
wieder?

(ja!)

(Carl Reiner Holdt)