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Donnerstag, 26. September 2013
"Wir können das Wunder des Lebens nur richtig verstehen,
wenn wir zulassen, dass das Unerwartete geschieht.
Jeden Tag lässt Gott die Sonne aufgehen und schenkt uns jeden Tag einen Augenblick, in dem es möglich ist, alles das zu ändern, was uns unglücklich macht. Tag für Tag übergehen wir diesen Augenblick geflissentlich, als wäre das heute wie gestern und das Morgen auch nicht anders. Aber derjenige, der seinen Tag bewusst lebt, nimmt den magischen Augenblick wahr. Er kann in dem Moment verborgen sein, in dem wir morgens den Schlüssel ins Schlüsselloch stecken, im Augenblick des Schweigens nach dem Abendessen, in den tausenden Dingen, die uns alle gleich anmuten. Diesen Augenblick gibt es – den Augenblick, in dem alle Kraft der Sterne uns durchflutet und uns Wunder vollbringen lässt. Manchmal ist das Glück ein Geschenk – doch zumeist will es erobert werden. Der magische Augenblick eines Tages hilft uns, etwas zu verändern, lässt uns aufbrechen, um unsere Träume zu verwirklichen.”
(Paulo Coelho)
Die letzte Sonne des Jahres.
Der letzte Schmetterling.
Violett blüht die letzte Distel,
Da wo ich gehe und ging
Im Vorjahr und all die Jahre
Vor diesem letzen Jahr.
Wieder die Abschiedsvorstellung.
Was ist, was wird und war,
Verschwimmt in eines. Verändert
Bin vielleicht nur ich.
Und eines Herbstes septembert
Es ohne mich.
Die letzte Sonne des Jahres.
Der letzte Schmetterling.
Violett blüht die letzte Distel,
Da wo ich gehe und ging.
(Eva Strittmatter )
Mittwoch, 25. September 2013
zeichen
mit quecksilberworten
die welt begrüssen
hauchblüten öffnen sich
vögel umarmen das laub
der tag träumt
die nacht ist wach
jahreszeiten spielen
mit den menschen
die warten auf zeichen
von wurzeln und sternen
es heisst
die zeichen erlernen
(rose ausländer)
Dienstag, 24. September 2013
Samstag, 21. September 2013
Man muss nie verzweifeln, wenn etwas verloren geht,
ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück;
es kommt alles noch herrlicher wieder.
Was abfallen muss, fällt ab;
was zu uns gehört, bleibt bei uns,
denn es geht alles nach Gesetzen vor sich,
die grösser als unsere Einsicht sind
und mit denen wir uns scheinbar im Widerspruch stehen.
Man muss in sich selber leben und an das ganze Leben denken,
an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünften,
denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt.
(R.M. Rilke)
Freitag, 20. September 2013
herbst
es geht so ein nachdenklicher,
welker duft umher von blumen,
die die sonne getrocknet
und die der wind gepresst hat,
und es ist herbst.
dieser grosse herrliche wind,
der himmel auf himmel baut;
in sein land möchte ich gehen
und auf seinen wegen.
(r.m. rilke)
Donnerstag, 19. September 2013
Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
im warmen Golde fliessen.
(Eduard Mörike)
Mittwoch, 18. September 2013
Dienstag, 17. September 2013
Bitte
Lass mir die Freiheit
der Wildnis
in meinem Herzen.
Gezähmt würde ich
vergehen
vielleicht,
ohne dass du es spürst.
Lass einen Fleck,
wo es wuchern kann,
auch wenn du
dann keinen Einblick mehr hast.
(Ju Sobing)
Montag, 16. September 2013
einige liebesobjekte
die sonne.
landsitze in alten
russischen romanen.
alles hilflose.
das starke.
der verlässliche klang
einer stimme.
leichtfüssigkeit.
die nützlichen
illusionen.
(Rainer Malkowski)
Lied von einer Insel
Wenn einer fortgeht, muss er den Hut
mit den Muscheln, die er sommerüber
gesammelt hat, ins Meer werfen
und fahren mit wehendem Haar,
er muss den Tisch, den er seiner Liebe
deckte, ins Meer stürzen,
er muss den Rest des Weins,
der im Glas blieb, ins Meer schütten,
er muss den Fischen sein Brot geben
und einen Tropfen Blut ins Meer mischen,
er muss sein Messer gut in die Wellen treiben
und seinen Schluck versenken,
Herz, Anker und Kreuz,
und fahren mit wehendem Haar!
Dann wird er wiederkommen.
Wann?
Frag nicht.
(Ingeborg Bachmann)
Samstag, 14. September 2013
Freitag, 13. September 2013
Donnerstag, 12. September 2013
September
Mein Lied ist noch nicht aus.
Nein, schimmerfroh und heiss
Läuft es mit mir durchs Feld,
soweit ich’s mit mir trage -
Mein Sommerlied,
das nichts vom Herbst weiss.
(Silja Walter)
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