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Samstag, 12. Oktober 2013
Nicht Oktober nicht November
Herbst sagst du
aber ich sage dir
nicht Oktober nicht November
du musst einen neuen Kalender erfinden
ein andres Alphabet
eine Sprache die Einhalt gebietet
denn die Zeit fällt
fällt ins Unabsehbare
und wir fallen mit ihr
(Rose Ausländer)
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Warte,
ich muss nur noch
meine alten Gewohnheiten
aus dem Fenster werfen,
meine anhänglichen Zweifel
vor die Tür setzen,
eine ganze Menge kleiner Sorgen
unter den Teppich kehren
und meine Berührungsängste
im Feuer meiner Sehnsucht nach Nähe
verbrennen.
Warte,
ich muss nur noch
mit mir ins Reine kommen,
Platz schaffen für
eine lebendige Beziehung,
die Raum lässt für
Entfaltung und Entwicklungen
und offen ist
für jede Art von Zuneigung.
Warte!
Das Fest, das auf uns zukommt,
soll unvergesslich werden.
(Ernst Ferstl)
Dienstag, 8. Oktober 2013
Montag, 7. Oktober 2013
It was the best of times, it was the worst of times,
it was the age of wisdom, it was the age of foolishness,
it was the epoch of belief, it was the epoch of incredulity,
it was the season of Light, it was the season of Darkness,
it was the spring of hope, it was the winter of despair,
we had everything before us, we had nothing before us,
we were all going direct to heaven, we were all going direct the other way.
(Charles Dickens)
Am Meer
Sonne getankt
so spät im Jahr
Kräfte gesammelt
für Kommendes
noch einmal
am Meer gewesen
in den Wind zu setzen
die Sorgen
(Annemarie Schnitt)
Spuren
Caminante, son tus huellas
el camino, y nada más;
caminante, no hay camino,
se hace camino al andar.
Al andar se hace camino,
y al volver la vista atrás
se ve la senda que
nunca se ha de volver a pisar.
Caminante, no hay camino,
sino estelas en la mar.
Wanderer, deine Spuren sind
der Weg, und sonst nichts;
Wanderer, es gibt keinen Weg,
der Weg entsteht im Gehen.
Im Gehen entsteht der Weg,
und wenn man den Blick zurückwirft,
sieht man den Pfad, den man
nie wieder betreten wird.
Wanderer, es gibt keinen Weg,
nur eine Kielspur im Meer.
(Antonio Machado)
Sonntag, 6. Oktober 2013
Once in his life a man ought to concentrate his mind upon
the remembered earth, I believe. He ought to give himself up
to a particular landscape in his experience, to look at it from
as many angles as he can, to wonder about it, to dwell upon it.
He ought to imagine that he touches it with his hands at
every season and listens to the sounds that are made upon
it. He ought to imagine the creatures there and all the faintest
motions of the wind. He ought to recollect the glare of noon and
all the colors of the dawn and dusk.
(Natachee Scott Momaday)
Mittwoch, 2. Oktober 2013
You've no idea how hard I've looked
for a gift to bring You. Nothing seemed right.
What's the point of bringing gold to the gold mine,
or water to the Ocean. Everything I came up with
was like taking spices to the Orient.
It's no good giving my heart and my soul
because you already have these.
So- I've brought you a mirror.
Look at yourself and remember me.
(Rumi)
Montag, 30. September 2013
Donnerstag, 26. September 2013
"Wir können das Wunder des Lebens nur richtig verstehen,
wenn wir zulassen, dass das Unerwartete geschieht.
Jeden Tag lässt Gott die Sonne aufgehen und schenkt uns jeden Tag einen Augenblick, in dem es möglich ist, alles das zu ändern, was uns unglücklich macht. Tag für Tag übergehen wir diesen Augenblick geflissentlich, als wäre das heute wie gestern und das Morgen auch nicht anders. Aber derjenige, der seinen Tag bewusst lebt, nimmt den magischen Augenblick wahr. Er kann in dem Moment verborgen sein, in dem wir morgens den Schlüssel ins Schlüsselloch stecken, im Augenblick des Schweigens nach dem Abendessen, in den tausenden Dingen, die uns alle gleich anmuten. Diesen Augenblick gibt es – den Augenblick, in dem alle Kraft der Sterne uns durchflutet und uns Wunder vollbringen lässt. Manchmal ist das Glück ein Geschenk – doch zumeist will es erobert werden. Der magische Augenblick eines Tages hilft uns, etwas zu verändern, lässt uns aufbrechen, um unsere Träume zu verwirklichen.”
(Paulo Coelho)
Die letzte Sonne des Jahres.
Der letzte Schmetterling.
Violett blüht die letzte Distel,
Da wo ich gehe und ging
Im Vorjahr und all die Jahre
Vor diesem letzen Jahr.
Wieder die Abschiedsvorstellung.
Was ist, was wird und war,
Verschwimmt in eines. Verändert
Bin vielleicht nur ich.
Und eines Herbstes septembert
Es ohne mich.
Die letzte Sonne des Jahres.
Der letzte Schmetterling.
Violett blüht die letzte Distel,
Da wo ich gehe und ging.
(Eva Strittmatter )
Mittwoch, 25. September 2013
zeichen
mit quecksilberworten
die welt begrüssen
hauchblüten öffnen sich
vögel umarmen das laub
der tag träumt
die nacht ist wach
jahreszeiten spielen
mit den menschen
die warten auf zeichen
von wurzeln und sternen
es heisst
die zeichen erlernen
(rose ausländer)
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