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Donnerstag, 19. Dezember 2013
narben
wenn der tag
vernarbt ist
brechen auf
die wunden der nacht
sternfälle
säumen den traum
er fängt auf was ihm
in den schoss fällt
mir fällt
der traum in den schoss
eh mich der schlaf überrascht
und die nacht
vernarbt
(rose ausländer)
Mittwoch, 18. Dezember 2013
Dienstag, 17. Dezember 2013
Notwendige Fragen
Das Gewicht
der Angst
Die Länge und Breite
der Liebe
Die Farbe
der Sehnsucht
im Schatten
und in der Sonne
Wieviel Steine
geschluckt werden müssen
als Strafe
für Glück
und wie tief
man graben muss
bis der Acker
Milch gibt und Honig
(Erich Fried)
Kopf und Herz
"Lohnt sich das?" fragt der Kopf.
"Nein," sagt das Herz, "aber es tut gut."
(Jochen Mariss)
Montag, 16. Dezember 2013
Liebe geht nur, wenn du
so gut lebst wie allein
wenn sprechen und zuhörn die schöne Feier sind
wenn du zehn Seiten hintereinander lesen darfst
ohne dass jemand etwas von dir will
Liebe geht nur ohne das schlechte Gewissen
über Freude, die der andre nicht teilen kann
einen Kummer, der sich nicht in Worte kleidet
Liebe geht nur, wenn du
dich mit einer sanften Bewegung
abwenden darfst und da stösst keiner nach
Liebe geht nur ohne Herablassung
das irreführende Wort heisst Toleranz
wenn du willst, magst du dich verändern
ich verändere mich
ich nicht dich und du nicht mich
nur so geht Liebe
(Gisela Steineckert)
Sonntag, 15. Dezember 2013
Was ich dir zum Advent schenken möchte
Einen Orgelton wider den finsteren Morgen,
Einen Orgelton wider den finsteren Morgen,
meinen Atem gegen den Eiswind des Tags,
Schneeflocken als Sternverheissung am Abend
und ein Weglicht für den verloren geglaubten Engel,
der uns inmitten der Nacht die Wiedergeburt
der Liebe verkündet.
(Christine Busta)
Samstag, 14. Dezember 2013
An Dezembertagen kann es sein
Dass es abends freundlich klopft
Dass Besuch kommt unverhofft
Dass dir jemand Himmelstorte backt
Und die dicksten Nüsse knackt
Dass er dir ein Lied mitbringt
Und von seinen Träumen singt
An Dezembertagen kann es sein
Dass Menschen plötzlich Flügel tragen
Und nach Herzenswünschen fragen
Riesen werden sanft und klein
Laden alle Zwerge ein
Dezember müsst es immer sein
(Anne Steinwart)
Die Sterne waren lang schon vergriffen
Zum Beispiel wer außer dir,
wer käme darauf,
den Mond
in dieses Zimmer zu falten
und seine Füße
daneben zu stellen
und dieses Bild
zu einsam zu finden
und deshalb
lieber ein Foto zu machen
von etwas
ganz anderem.
(Lydia Daher)
Freitag, 13. Dezember 2013
Back Into This Body
When I was a kid they called us tomboys
girls who braided their curls
got sweaty and dirty
climbed trees
lived in the branches beyond
the constructed structure daddy built.
Treading my way through years
of fancy dresses marriages
pregnancies school nurturing others
I find my way back to the wild parts
of my woman's landscape
Discover hiking boots can stand
beside city pumps
Learn again to trust my body walk into fear
spend nights alone with women beside men
on forested lakes alive with sounds.
Trudging this narrow path
forty pounds of pack upon my back
Swimming, close to the place where rooted trees
reach for clear lake water
I listen to the stillness
Catch my breath on the wings of a hawk
Find myself climbing to the sky
toward home.
(Joyce Lombard)
Mittwoch, 11. Dezember 2013
Mein Liebstes,
tu die Schatten fort,
die in den Zimmern liegen.
Das sind die Häute,
die wir trugen
in den verlornen Siegen.
Ich hör dem Spott der Drossel zu.
Er gilt belognen Lügnern,
verlorenen Verlierern
und betrogenen Betrügern.
Da sind wohl
du und ich gemeint
und alle unsre Tage,
die nicht gegebne Antwort
und die nie gestellte Frage.
Mein Liebstes,
tu die Schatten fort,
die in den Zimmern liegen.
Das sind die Häute,
die wir trugen
in den verlornen Siegen.
(André Heller)
(gefunden bei: http://lyrik-laterne.blogspot.com)
Dienstag, 10. Dezember 2013
Montag, 9. Dezember 2013
Verzauberung
Denkst du noch
manchmal
an jene Märchentage
mit Rosen
und Düften
wir wohnten darin
mit unserer
Sehnsucht
mit unsrem Lachen
verzaubert
ruhten wir in uns
und sprachen
traumgrüne Worte
die noch immer
duften
(Gisela Hildebrand)
Sonntag, 8. Dezember 2013
Der Moment
Ich habe nichts als
die Nacht aus
100 x 100 Nebellichtjahren.
Ich habe nichts als
die Stunde aus
60 x 60 Sekunden.
Ich habe nichts als den Moment.
Der Moment ist meine Schöpfung
die Brücke von meinem
Staubgeist zum Sterngeist.
Der Moment ist mein Flügel
zum Flügel des nächsten Moments.
Ich habe nichts als den Flügel.
Ich habe nichts als die Schöpfung.
Ich habe nichts als den Moment.
(Rose Ausländer)
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