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Montag, 7. April 2014
Freitag, 4. April 2014
Sätze
Der Traum vom Glück
wehrt sich gegen mich
seit ich ihn träumen will
Ich habe viel geträumt
von dunklen Dingen
Manchmal stand ein Stern
am Himmel meines Traums
nur einen Augenblick
dann stürzte er
und fiel
weiß auf mein Haar
(Rose Ausländer)
Montag, 31. März 2014
Sonntag, 30. März 2014
Der Vogel Angst
hat sich ein Nest gebaut
in meinem Innern
und sitzt nun manchmal da
und manchmal
ist er lange weg
oft kommt er nur
für einen Augenblick
und fliegt gleich wieder weiter
dann aber gibt es Zeiten
da hockt er tagelang
da drin
mit seinem spitzen Schnabel
und rührt sich nicht
und brütet
seine Eier aus.
(Franz Hohler)
Freitag, 28. März 2014
wenn....
wenn der versuch, etwas auszudrücken,
besonders schön
scheitert -
entsteht ein gedicht,
sage ich manchmal.
und ich lache bei diesem satz,
der sich unter meinem lachen
verfärbt.
kann es sein, dass unsere worte
auf der einen seite des flusses
leben
und wir
auf der anderen?
aber was für ein leben
leben sie -
wenn nicht
das unsere?
auf meine blindheit bin ich gefasst
sobald ich
die augen öffne.
(rainer malkowski)
Donnerstag, 27. März 2014
Mittwoch, 26. März 2014
Dienstag, 25. März 2014
Die 47
Einmal, es war ein Abend, und eine Amsel sang auf dem Dach des Rechenzentrums, brach die 47 plötzlich in Tränen aus.
Sofort wandten sich die 46 und die 48 ihr zu, trockneten ihre Tränen ab und sprachen ihr gut zu.
Danach stand sie wieder schön und sauber in der Zahlenreihe. Nie hat sie gesagt, warum sie weinen musste. Einen Zusammenhang mit der Amsel jedenfalls hat sie stets abgestritten.
(Franz Hohler, Die blaue Amsel)
Sofort wandten sich die 46 und die 48 ihr zu, trockneten ihre Tränen ab und sprachen ihr gut zu.
Danach stand sie wieder schön und sauber in der Zahlenreihe. Nie hat sie gesagt, warum sie weinen musste. Einen Zusammenhang mit der Amsel jedenfalls hat sie stets abgestritten.
(Franz Hohler, Die blaue Amsel)
Sonntag, 23. März 2014
so spazierend
die sterne
im nacken tragend
wie geliehenen schmuck
mit sanftem wind
als rückantrieb
als gäbe es was abzustauben
vorne in der ferne
manchmal ist es schön
sich etwas einzubilden
dass wahrheit
keine worte braucht
zum beispiel
oder dass wir uns durch
nichts auszeichnen
als durch uns vereint
in diesem schattenriss
so spazierend
die sterne
im nacken tragend
wie geliehenen schmuck
(Lydia Daher)
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