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Sonntag, 3. Dezember 2023
Mittwoch, 15. Februar 2023
Sonntag, 22. Januar 2023
Sonntag, 23. Oktober 2022
die mutlosen und die wütenden kommen nie an das wirkliche ziel immer wandern sie durch das tal der rückschläge sie kränken ihre paläste und übersehen das tiefgrüne gold der flüsse und sähen sie es fänden sie den makel zu jeder zeit den mutlosen und wütenden schenke ich den schattenlosen gedanken und das geschriebene wort aus einem anderen winkel und finde die schönheit der grünen himmel das ist die stille freundschaft von landstrichen das sind die festlichen zeiten wenn die lichtstunde das grau durchkreuzt wenn die morbide schönheit unter dem blassen blau bestehen bleibt das sind die verlorenen geschichten die wieder aufklaren und die verfehlungen endlich befriedet werden den mutlosen schenke ich eine umarmung und den wütenden einen berührenden blick
(Hermann Josef Schmitz, wortgarage.blogspot.com)
Samstag, 8. Oktober 2022
Ich lerne noch
Ich lerne zu wandern
wie der Wind,
der suchend durch die Strassen geht
und das letzte knisternde Laub mit sich trägt,
wie die perlenden Gewässer,
die sich als Lebensadern
in die Weite der Landschaft verzweigen,
wie der Zugvogel,
der immer wieder eine
beschwerliche Reise auf sich nimmt,
um dort zu sein, wo Leben möglich ist.
Ich lerne, nicht stehen zu bleiben
am sicheren Ort ohne Wagnis,
am vertrauten Gedanken,
in der Wärme der Anerkennung
und in den Grenzen des Erwartbaren.
Immer wieder lasse ich sie hinter mir,
die trügerische Fata Morgana des Angekommenseins.
Denn Leben heisst, sich bewegen zu lassen
vom Klang des Fremdartigen,
vom Schmerz, der nach Linderung verlangt,
von der Lust des Lebens, sich zu vertiefen.
Und Leben heisst, an vielen Orten
leises Glück zu finden wie im Vorübergehen.
Ich lerne, mutig zu sein,
wie der erste Regentropfen,
der auf die harte Erde fällt,
wie der Keim, der geduldig seine Kräfte sammelt, um die dunkle Schwere
der Erde zu durchbrechen,
Wie die Taube, die im Revier der Katze nistet.
Ich lerne, dem Leben zu vertrauen,
das mich ruft, das mich webt,
bis hinein in meine Träume,
und das mich will, mit Haut und Haar
und meinen schöpferischen Händen.
Immer wieder durchschreite ich ihn,
den engen Felsspalt der Furcht,
hinter dem die Weite atmet.
Denn Leben heisst, sich fallen zu lassen
in die wohlwollenden Ströme des Werdens,
in die unversehrte Seligkeit des Augenblicks
Und in die Abgründe, die kein anderes Licht
haben als unseres.
Leben heisst, sich immer wieder selbst zu vergessen,
um sich reich beschenkt in der Stille aller Dinge wiederzufinden.
(Giannina Wedde)
Montag, 3. Oktober 2022
Montag, 26. September 2022
Donnerstag, 11. August 2022
Herzmitte
Manchmal gehen wir uns selbst verloren.
Dann brauchen wir den Blick des Anderen.
Den hütenden, rettenden, beschwörenden Blick,
der sagt: ich sehe dich noch.
Ich sehe die Schönheit, an die du dich
nicht mehr erinnerst.
Ich sehe dein Scheitern und keinerlei Makel darin.
Ich sehe dein Werden, dort wo du nur noch
den erstickten Keim bedauerst.
Und wir brauchen das Lauschen des Anderen.
Das bergende, rettende, heilende Lauschen,
das sagt: ich höre dich noch.
Ich höre deine unverwechselbare Stimme
unter dem Zittern jedes bangen Atemzugs.
Ich höre dich von den Wegen singen,
die sich schon morgen unter deine Füße
schmiegen werden.
Ich höre den grünenden Raum deines Namens,
mit all der wogenden Traurigkeit darin.
Manchmal gehen wir uns selbst verloren,
und sind doch nur einen Blick
und ein Lauschen entfernt
von unserer Herzmitte.
(Giannina Wedde)
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