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Donnerstag, 1. April 2021
Mittwoch, 24. März 2021
in diesem aufrechten gang bleiben
inmitten der verkauften landschaft
die worte erheben zu einem gebet
den widerstand tragen wie eine monstranz
sich selbst kein aufgeben gestatten
hellsichtige warnungen verfassen
täglich die eigene welt erobern
inmitten der verstorbenen hoffnungsträger
keiner selbsttäuschung hingeben
an sich glauben und in sich bleiben
in der liebe im eigenen herzverstand
(Hermann Josef Schmitz, wortgarage.blogspot.com)
Dienstag, 2. März 2021
It’s dark because you are trying too hard.Lightly child, lightly.Learn to do everything lightly.Yes, feel lightly even though you’re feeling deeply.Just lightly let things happen and lightly cope with them.
So throw away your baggage and go forward.
There are quicksands all about you, sucking at your feet,
trying to suck you down into fear and self-pity and despair.
That’s why you must walk so lightly.
(Aldous Huxley)
Donnerstag, 25. Februar 2021
Montag, 22. Februar 2021
Beim Älterwerden entdecke ich eine neue Narrenfreiheit.
Ich spüre die Freiheit, die davon ausgeht,
nicht mehr mitten im Gewühle zu sein.
Weniger hängt an mir,
ich kann am Rand experimentieren.
Ich spiele mit Gedanken,
ich erlaube mir andere Sichten.
Ich schulde niemandem
die Loyalität
zu diesem oder jenem Gedanken.
Ich erlaube mir, meine Meinung zu ändern,
neu und anders zu glauben,
nicht mehr zu glauben,
was ich nicht glauben kann.
Ich lebe nicht,
um die Erwartungen anderer zu erfüllen.
Ich schreibe an dem Roman meines Lebens
und bestimme, wie die Hauptfigur handeln wird.
Sie darf spinnen, sich verlaufen, nicht weiter wissen
und sie bleibt doch in allem wertvoll.
(Ulrich Schaffer )
Samstag, 20. Februar 2021
Wege
im winter fanden wir
die ausgewilderten wege
im verborgenen schnee
denen wir im sommer
neu begegnen würden
mit all ihren geheimnissen
verwachsen und übersehen
jenseits der menschenströme
hinter einer lange
nicht begangenen zeit
im sommer würden wir
die erinnerungen
an die ausgewilderten wege
des winters
als kühle schatten
auf die haut legen
(Hermann Josef Schmitz)
http://wortgarage.blogspot.com
Mittwoch, 17. Februar 2021
Dienstag, 16. Februar 2021
Montag, 8. Februar 2021
Geduld
Ich möchte warten können.
Auf mich und was ich werde.
Auch auf die Dinge, die uns alles abverlangen,
auf Freude, die am Schmerz gewachsen ist,
auf Menschlichkeit, die sich nicht selbst bedauert.
Ich will der Gutheit jedes Morgens trauen,
will mich an die vielen Zeichen erinnern,
die freundlich an den Rändern meiner Wege lagen
als Spuren einer Weisheit, die mich hält.
Ich möchte glauben können.
Nicht an die Dinge, die ich nicht berühren kann.
An die Berührbarkeit der einen Liebe,
die sich in alles ausgegossen hat.
Ich habe Sehnsucht nach dem Leben,
das seidenzart und doch so allgewaltig ist,
dass selbst der Tod darin
noch Platz zum Atmen findet.
(Giannina Wedde)
Mittwoch, 3. Februar 2021
Das Leben ist so:
Du wirst hineingeworfen wie ins kalte Wasser,
ungefragt, ob du willst oder nicht.
Du kommst lebend nicht mehr heraus.
Darüber kannst du:
a) unglücklich sein und ersaufen
b) dich lustlos und frierend so lange über Wasser halten, bis es vorbei ist;
c) einen Sinn suchen und einfordern und dich grämen, weil er sich nicht zeigt.
Oder du kannst:
d) dich darin voller Freude tummeln wie ein Fisch und sagen:
"Ich wollte sowieso ins Wasser, kaltes Wasser ist meine Leidenschaft.
Was für ein verdammt schönes Vergnügen, Leute!"
...und das ist die Lebenskunst!
(~Janosch~)
Donnerstag, 7. Januar 2021
Erinnere dich.
Du bist nicht nur die Klage,
die jedes Recht hat auf lauschende Ohren.
Du bist auch der Trost,
der seine Arme öffnet
mit samtener Mütterlichkeit.
Du bist nicht nur der Ratlose,
dem die Welt unhaltbar durch die Finger rennt.
Du bist auch die Weisheit,
die alles gestaltet mit wissenden Händen.
Du bist nicht nur der Zorn,
der wütet und trennt.
Du bist auch die Versöhnung,
die geduldig verknüpft, was zerrissen ist.
Du bist nicht nur das Grau zahlloser Stunden,
die wir nicht mit Sinn zu füllen wussten.
Du bist auch das Leuchten aller Farben unerschöpflicher Lebendigkeit.
Du bist nicht nur der Einsame,
der die Tiefe der Freundschaft vermisst.
Du bist auch der Garten der Begegnung,
in dem wir einander erkennen.
Du bist nicht nur der Verschwiegene
in der Sprachlosigkeit vieler.
Du bist auch das Wort, das die wärmende
Flamme der Hoffnung neu entzündet.
Den Segen trägst du,
der immer den anderen sucht,
als Zartheit des Beginnenden als Weite,
in der wir frei atmen können,
als bergene Umarmung der Menschlichkeit.
(Giannina Wedde)
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