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Samstag, 8. Mai 2021

Samstag, 1. Mai 2021

Jeder Atemzug

Das Leben beginnt nicht erst,
wenn du zur vollen Blüte gekommen bist,
wenn du sonnige Tage und Glück gesammelt hast
und schöne Dinge, die nur dir gehören,
unter einem Dach, das dich schützt.
Es beginnt nicht erst,
wenn du gesund bist,
wenn du im reinen mit dir bist,
und deine Träume Wirklichkeit geworden sind,
wenn eine Antwort warm auf jeder Frage liegt
und eine freundliche Berührung auf deiner Wange.
Es beginnt nicht erst,
wenn du diese eine Wunde noch verschlossen,
deine Traurigkeit geheilt, den Zorn befriedet
und das Meer der Angst gegen bleibende Herzensruhe
eingetauscht hast, und auch nicht, wenn jemand kommt,
auf den du immer gewartet hast,
und der dir die gute Nachricht überbringt,
dass jedem Tag ein tiefer Sinn zugrunde liegt.
Das Leben ist längst da.
Es hat dich nie gefragt, ob du soweit bist.
und hat, anders als du, nie an dir gezweifelt.
Aus jeder Vorläufigkeit hat es dich gegrüsst,
aus jeder Frage, und auch aus der dunklen Mitte
der Traurigkeiten, und aus den Tagen,
die sich anfühlen wie verloren.
Das Leben hat dich aus jedem Kampf
und jeder Unfertigkeit angelächelt,
aus dem Zweifel und dem Nichmehrweiterwissen,
und auch aus den gewöhnlichen Dingen,
die du viele male übersehen hast.
Es hat dir Zeichen wie Blüten auf deine Wege gestreut,
damit du nicht vergisst, wie kostbar
jede Empfindung und jede Begegnung ist,
jedes Wagnis und jeder Aufbruch,
jeder Augenblick in dieser Welt,
die eine werdende ist, wie du.
Vertage nichts.       
Warte nicht auf einen fernen Tag,
nicht auf die Erlaubnis, lebendig zu sein.
Du selbst bist wanderndes, verletzbares,
widersprüchliches Leben.
Und jeder Atemzug in Dir erzählt davon.

(Giannina Wedde)

Samstag, 24. April 2021

Mittwoch, 21. April 2021

An alle Pirates of Life! 
Lasst uns den Wind der Kreativität in den Segeln fangen 
und die Flagge der Rebellion hissen,
die davon erzählt, 
dass es andere Werte und Ausrichtungen gibt als die, 
die im Moment als normal verkauft werden. 
Es wären bunte, verschiedenartige Flaggen 
und wir würden uns erkennen. 
Auf meine male ich eine Ratte unterm Regenbogen.
Sie wäre eine gute Begleiterin. 
Als Tier der Göttin Kali, als kreative Überlebenskünstlerin,
zärtlich und hoch sozial, instinktsicher und intelligent.
Eine, die was von Gemeinschaft versteht. 
All das dürfte sie mir immer wieder einblasen, wenn ich abdrifte.  
Es ist Zeit, uns als FreibeuterInnen
die Schätze des Lebens zurückzuholen,
die Würde, das Gemeinwohl, freie Wege, unser Mutterland,
 unseren ganz eigenen Ausdruck und noch viel mehr.

(Cambra Skade)
 

Sonntag, 18. April 2021


 

Mittwoch, 14. April 2021

Sonntag, 11. April 2021

 

Freitag, 9. April 2021

Du bist nicht allein

 Über dir der Himmel, 
der immer auf dich wartet
ohne zu warten, nur da ist
in ständiger Veränderung, mal grau, 
dann bis zu den Sternen 
endlos blau bis schwarz.

Unter dir die Erde, 
braun, grün oder asphaltiert, 
belastbar mit deinem ganzen Gewicht
und der Sicherheit, nicht einzusinken, 
trotz der Schwere deiner Gedanken.

Nicht allzuweit weg von dir ein Baum, 
der aussieht wie deine 
gespaltene, heilende Seele. 
Er hat auf dich gehofft
von den Wurzeln bis zur Krone, 
um dich mit seinem Wesen zu trösten.

Um dich, unfassbar, ohne Gestalt, 
aber spürbar, 
der Wind, den wir als Kinder
das himmlische Kind nannten, 
weil wir wussten, woher er kam. 
Er erinnert dich, dass du Geistwesen bist.

Und nachts das Unfassbare selbst
in dem Blick ins Weltall,
auf Sirius, Canopus, Rigel, Beteigeuze,
die dort frei schweben, wie du, wie ich,
als gäbe es keine Schwerkraft.

Brüder und Schwestern, sie alle, 
Wesen von unserem Wesen, 
die wir alles sind, was uns umgibt, 
die wir leuchtend in den Himmel steigen
und erschöpft in die Erde versinken, 
die wir aus unsichtbaren 
Wurzeln wachsen
und von unserem Ursprung atmen, 
Wunder eingebettet in Wunder, 
selbst unfassbar, 
täglich die Schwerkraft überwindend
und doch auf uns selbst zu fallend, 
immer im Chor der ganzen Welt
und ihrer Erlösung.

(Ulrich Schaffner)


 



Dienstag, 6. April 2021

Life at Midlife

I am no longer waiting for a special occasion; 
I burn the best candles on ordinary days.
I am no longer waiting for the house to be clean; 
I fill it with people who understand 
that even dust is sacred.
I am no longer waiting for everyone to understand me; 
It’s just not their task.
I am no longer waiting for the perfect children; 
my children have their own names 
that burn as brightly as any star.
I am no longer waiting for the other shoe to drop; 
It already did, and I survived.
I am no longer waiting for the time to be right; 
the time is always now.
I am no longer waiting for the mate who will complete me;
 I am grateful to be so warmly, tenderly held.
I am no longer waiting for a quiet moment; 
my heart can be stilled whenever it is called.
I am no longer waiting for the world to be at peace; 
I unclench my grasp and breathe peace in and out.
I am no longer waiting to do something great; 
being awake to carry my grain of sand is enough.
I am no longer waiting to be recognized; 
I know that I dance in a holy circle.
I am no longer waiting for Forgiveness. 
I believe, I Believe. 

(Mary Anne Perrone)

Sonntag, 4. April 2021

Wie Zugvögel


Wir schlagen Bücher auf, 
um uns zu finden, vielleicht
in einer alten Burg
oder in einem entfernten Jahrhundert. 
Wir folgen den Helden
durch ihr Glück und Sterben, 
als gingen wir in ihren Schuhen.
Irgendwann treffen wir auf Worte, 
in die wir uns legen wie in Betten, 
weil sie von uns handeln, 
von unseren Verirrungen und Ankünften –
über uns das Dach des Himmels, 
das sich ständig verändernde. 
In der Suche heben wir die Heimatlosigkeit
Momente lang auf, Zugvögel, 
überall zuhause, wo Platz ist zu landen.

(Ulrich Schaffner)

Donnerstag, 1. April 2021


Die wichtigste Lektion,
die wir alle lernen müssen,
ist die bedingungslose Liebe,
die nicht nur andere,
sondern auch uns selbst einschliesst.

(Elisabeth Kübler-Ross)

Sonntag, 28. März 2021

Mittwoch, 24. März 2021

 You've landed now,
with legs full of the earth
and hair full of the rain
that cleansed and renewed
and gave you yourself again.
You're now building your world
with wiser hands.
Worship the storm that dropped you here.
It gave you a new language.

(Victoria Erickson) 

 in diesem aufrechten gang bleiben
inmitten der verkauften landschaft
die worte erheben zu einem gebet
den widerstand tragen wie eine monstranz
sich selbst kein aufgeben gestatten
hellsichtige warnungen verfassen
täglich die eigene welt erobern
inmitten der verstorbenen hoffnungsträger
keiner selbsttäuschung hingeben
an sich glauben und in sich bleiben
in der liebe im eigenen herzverstand

(Hermann Josef Schmitz, wortgarage.blogspot.com)

Sonntag, 21. März 2021

 



Dienstag, 16. März 2021


 

Dienstag, 2. März 2021

It’s dark because you are trying too hard. 
Lightly child, lightly. 
Learn to do everything lightly.
 Yes, feel lightly even though you’re feeling deeply.
 Just lightly let things happen and lightly cope with them.
 So throw away your baggage and go forward.
 There are quicksands all about you, sucking at your feet,
trying to suck you down into fear and self-pity and despair.
That’s why you must walk so lightly. 

(Aldous Huxley) 

Sonntag, 28. Februar 2021


 

Donnerstag, 25. Februar 2021

 


 

 Mit dem Akazienduft
fliegt der Frühling
in dein Erstaunen

Die Zeit sagt
ich bin tausendgrün
und blühe
in vielen Farben

Lachend ruft die Sonne
ich schenke euch wieder
Wärme und Glanz

Ich bin der Atem der Erde
flüstert die Luft

Der Flieder
duftet
uns jung

(Rose Ausländer)


Dienstag, 23. Februar 2021


 

Montag, 22. Februar 2021


Beim Älterwerden entdecke ich eine neue Narrenfreiheit.
Ich spüre die Freiheit, die davon ausgeht,
nicht mehr mitten im Gewühle zu sein.
Weniger hängt an mir,
ich kann am Rand experimentieren.
Ich spiele mit Gedanken,
ich erlaube mir andere Sichten.
Ich schulde niemandem  
die Loyalität
zu diesem oder jenem Gedanken.

Ich erlaube mir, meine Meinung zu ändern,
neu und anders zu glauben,
nicht mehr zu glauben,
was ich nicht glauben kann.
Ich lebe nicht, 
um die Erwartungen anderer zu erfüllen.

Ich schreibe an dem Roman meines Lebens
und bestimme, wie die Hauptfigur handeln wird.
Sie darf spinnen, sich verlaufen, nicht weiter wissen
und sie bleibt doch in allem wertvoll.

(Ulrich Schaffer )

Sonntag, 21. Februar 2021

 



Samstag, 20. Februar 2021

Wege

im winter fanden wir
die ausgewilderten wege
im verborgenen schnee
denen wir im sommer
neu begegnen würden
mit all ihren geheimnissen
verwachsen und übersehen
jenseits der menschenströme
hinter einer lange
nicht begangenen zeit
im sommer würden wir
die erinnerungen
an die ausgewilderten wege
des winters
als kühle schatten
auf die haut legen

(Hermann Josef Schmitz)
http://wortgarage.blogspot.com
 

Donnerstag, 18. Februar 2021

Mittwoch, 17. Februar 2021

  Glück schenkt sich dem, 
der seine Lebensangst besiegt hat 
und der sein Leben 
als einen heiligen Funken 
in der grossen Kontinuität 
der Zeitalter betrachtet.

( Drukpa Ringpoche)