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Mittwoch, 16. Oktober 2019

Komm, Nacht, verstreue Deine Sterne,
leg schwarzes Tuch auf jedes ungehörte Ach,
entlass die Schwärme der Gedanken in die Ferne,
hauch Deinen Stilleatem unter jedes Dach.

Komm, Nacht, beruhige meine Hände,
die nichts als Träume halten auf dem Floss der Zeit.
Leg einen Kuss auf jedes unversöhnte Ende,
in jeden Atemzug empfundne Dankbarkeit.

Komm, Nacht, Du Hüterin der Pforte,
an deren Herz die halbe Welt sich seufzend schmiegt,
geleite mich zur Quelle reiner Hoffnungsworte,
in denen schon der Glanz des neuen Morgens liegt.

(Giannina Wedde)