.
Mittwoch, 26. Dezember 2012
Wann fängt Weihnachten an?
Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute bei dem Stummen verweilt
und begreift, was der Stumme ihm sagen will,
wenn das Leise laut wird und das Laute still,
wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und gross,
wenn mitten im Dunkeln ein winziges Licht
Geborgenheit und helles Leben verspricht,
dann, ja dann,
fängt Weihnachten an.
(Rolf Krenzner)
Dienstag, 25. Dezember 2012
Montag, 24. Dezember 2012
We, unaccustomed to courage
exiles from delight
live coiled in shells of loneliness
until love leaves its high holy temple
and comes into our sight
to liberate us into life.
Love arrives
and in its train come ecstasies
old memories of pleasure
ancient histories of pain.
Yet if we are bold,
love strikes away the chains of fear
from our souls.
We are weaned from our timidity
In the flush of love's light
we dare be brave
And suddenly we see
that love costs all we are
and will ever be.
Yet it is only love
which sets us free.
(Maya Angelou)
Sonntag, 23. Dezember 2012
Having Come This Far
I've been through what my through was to be
I did what I could and couldn't
I was never sure how I would get there
I nourished an ardor for thresholds
for stepping stones and for ladders
I discovered detour and ditch
I swam in the high tides of greed
I built sandcastles to house my dreams
I survived the sunburns of love
No longer do I hunt for targets
I've climbed all the summits I need to
and I've eaten my share of lotus
Now I give praise and thanks
for what could not be avoided
and for every foolhardy choice
I cherish my wounds and their cures
and the sweet enervations of bliss
My book is an open life
I wave goodbye to the absolutes
and send my regards to infinity
I'd rather be blithe than correct
Until something transcendent turns up
I splash in my poetry puddle
and try to keep God amused.
(James Broughton)
Samstag, 22. Dezember 2012
Immer ist Ort und Stunde.
Immer bist du gemeint.
Und es ist jede Wunde
einmal zu Ende geweint.
So viele Schritte gegangen,
egal, wohin sie geführt.
Hauptsache angefangen,
ab und zu Leben gespürt.
Immer ist immer und weiter,
Immer – das bist du.
Die Tore öffnen sich und heiter
schreitet der Tag auf dich zu.
(Konstantin Wecker)
Donnerstag, 20. Dezember 2012
Mittwoch, 19. Dezember 2012
Dienstag, 18. Dezember 2012
In der Zwischenzeit
Wenn Sehnsucht nur die Sucht ist sich zu sehnen
nach dem was man versäumt
was macht dann ein Traum den gerade niemand träumt
zurück oder alleine gelassen, mit nichts von sich übrig
zum anfassen oder loslassen
aber seltsam gewiss, dass da mehr ist
mehr als man sehen kann
und mehr als man erzählen kann
damit man daran nicht zerbricht
bleibt man ganz
betrachtet das ganze etwas aus der Distanz
im Glauben man distanziert sich ja bloß
und plötzlich sind die Dinge ihre Seelen los...
(Wolfgang Müller)
(Wolfgang Müller)
Advent
Der Frost haucht zarte Häkelspitzen
perlmuttergrau ans Scheibenglas.
Da blühn bis an die Fensterritzen
Eisblumen, Sterne, Farn und Gras.
Kristalle schaukeln von den Bäumen
die letzten Vögel sind entflohn.
Leis fällt der Schnee. In unsern Träumen
weihnachtet es seit gestern schon.
(Mascha Kaleko)
Montag, 17. Dezember 2012
Je suis comme un enfant qui n'a plus droit aux larmes,
Conduis-moi au pays où vivent les braves gens
Conduis-moi dans la nuit, entoure-moi d'un charme,
Je voudrais rencontrer des êtres différents.
Je porte au fond de moi une ancienne espérance
Ich bin wie ein Kind, das nicht mehr weinen darf,
Führ mich in das Land, wo die gutmütigen Menschen leben
Führ mich durch die Nacht, umhülle mich mit einem Zauber
Ich möchte so gern Wesen begegnen, die anders sind.
Ich trage tief in mir eine uralte Hoffnung
(Michel Houellebecq)
Sonntag, 16. Dezember 2012
Ich habe mein Ohr an das Herz
der Erde gelegt.
Sie hat mir von der Liebe zwischen sich
und dem Regen erzählt.
Ich habe mein Ohr an das Herz
des Wassers gelegt.
Es hat mir von der Liebe zwischen sich
und seinen Quellen erzählt.
Ich habe mein Ohr an das Herz
des Baumes gelegt.
Er hat mir von der Liebe zwischen sich
und seinen Blättern erzählt.
Als ich mein Ohr an das Herz
der Liebe selbst gelegt habe,
hat sie mir von der Freiheit erzählt.
(Sherko Berkas)
Samstag, 15. Dezember 2012
Trees
I think that I shall never see
A poem lovely as a tree.
A tree whose hungry mouth is prest
Against the sweet earth's flowing breast;
A tree that looks at God all day,
And lifts her leafy arms to pray;
A tree that may in summer wear
A nest of robins in her hair;
Upon whose bosom snow has lain;
Who intimately lives with rain.
Poems are made by fools like me,
But only God can make a tree.
A tree whose hungry mouth is prest
Against the sweet earth's flowing breast;
A tree that looks at God all day,
And lifts her leafy arms to pray;
A tree that may in summer wear
A nest of robins in her hair;
Upon whose bosom snow has lain;
Who intimately lives with rain.
Poems are made by fools like me,
But only God can make a tree.
Freitag, 14. Dezember 2012
Ich liebe jene ersten bangen Zärtlichkeiten,
die halb noch Fragen sind und halb schon Anvertraun,
weil hinter ihnen schon die andern Stunden schreiten,
die sich wie Pfeiler wuchtend in das Leben baun.
Ein Duft sind sie; des Blutes flüchtigste Berührung,
ein rascher Blick, ein Lächeln, eine leise Hand
sie knistern schon wie rote Funken der Verführung
und stürzen Feuergarben in der Nächte Brand.
Und sind doch seltsam süß, weil sie im Spiel gegeben,
noch sanft und absichtslos und leise nur verwirrt,
wie Bäume, die dem Frühlingswind entgegenbeben,
der sie in seiner harten Faust zerbrechen wird.
(Stefan Zweig)
Donnerstag, 13. Dezember 2012
Not going anywhere
"This is why I always whisper
I'm a river with a spell
I like to hear but not to listen,
I like to say but not to tell
This is why I always wonder
There's nothing new under the sun
I won't go anywhere so give my love to everyone"
Für Einen
Die Andern sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaube mir: kannst ruhig schlafen,
Ich steure immer wieder her.
Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie liessen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.
Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern... das ist Wellenspiel,
Du aber bist der Hafen.
(Mascha Kaleko)
Mittwoch, 12. Dezember 2012
Den Weg finden
Nachts schwimme ich
im Strom der Sterne
die mich träumen
An Feiertagen
lieg ich im Waldschatten
und sehne mich
nach dem Licht das erleuchtet
um meinen Weg zu finden
zu deinem Weg
(Rose Ausländer)
Abonnieren
Posts (Atom)
















