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Mittwoch, 2. Januar 2013
Eine Neujahrsansprache
Jeder Mensch höre auf sein Gewissen! Das ist möglich. Denn er besitzt eines. Diese Uhr kann man weder aus Versehen verlieren noch mutwillig zertrampeln. Diese Uhr mag leiser oder lauter ticken – sie geht stets richtig.
Nur wir gehen manchmal verkehrt.
Jeder Mensch suche sich Vorbilder! Denn es existieren welche. Und es ist unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken das gesagt und getan hätte, wovor wir zögern. Das Vorbild ist ein Kompass, der sich nicht irrt und uns Weg und Ziel weist.
Jeder Mensch gedenke immer seiner Kindheit! Das ist möglich. Denn er hat ein Gedächtnis. Die Kindheit ist das stille, reine Licht, das aus der eigenen Vergangenheit tröstlich in die Gegenwart und Zukunft hinüberflutet. Sich der Kindheit wahrhaft erinnern, das heißt: plötzlich und ohne langes Überlegen wieder wissen, was echt und falsch, was gut und böse ist. Die meisten vergessen ihre Kindheit wie einen Schirm und lassen sie irgendwo in der Vergangenheit stehen. Und doch können nicht vierzig, nicht fünfzig spätere Jahre des Lernens und Erfahrens den seelischen Feingehalt des ersten Jahrzehnts aufwiegen. Die Kindheit ist unser Leuchtturm.
Jeder Mensch erwerbe sich Humor! Das ist nicht unmöglich. Denn immer und überall ist es einigen gelungen. Der Humor rückt den Augenblick an die richtige Stelle. Er lehrt uns die wahre Größenordnung und die gültige Perspektive. Er macht die Erde zu einem kleinen Stern, die Weltgeschichte zu einem Atemzug und uns selber bescheiden. Das ist viel.
Bevor man das Erb- und Erzübel, die Eitelkeit, nicht totgelacht hat, kann man nicht beginnen, das zu werden, was man ist: ein Mensch.“
(Erich Kästner)
Dienstag, 1. Januar 2013
“I hope that in this year to come, you make mistakes.
Because if you are making mistakes, then you are making new things, trying new things, learning, living, pushing yourself, changing yourself, changing your world. You're doing things you've never done before, and more importantly, you're doing something.
So that's my wish for you, and all of us, and my wish for myself. Make new mistakes. Make glorious, amazing mistakes. Make mistakes nobody's ever made before. Don't freeze, don't stop, don't worry that it isn't good enough, or it isn't perfect, whatever it is: art, or love, or work, or family, or life.
Whatever it is you're scared of doing, do it.
Make your mistakes, next year and forever.”
(Neil Gaiman)
Montag, 31. Dezember 2012
Sonntag, 30. Dezember 2012
Things to Think
Think in ways you've never thought before.
If the phone rings, think of it as carrying a message
Larger than anything you've ever heard,
Vaster than a hundred lines of Yeats.
Think that someone may bring a bear to your door,
Maybe wounded and deranged; or think that a moose
Has risen out of the lake, and he's carrying on his antlers
A child of your own whom you've never seen.
When someone knocks on the door,
Think that he's about
To give you something large: tell you you're forgiven,
Or that it's not necessary to work all the time,
Or that it's been decided that if you lie down no one will die.
(Robert Bly)
Samstag, 29. Dezember 2012
Gedicht
Ich möchte gern ein kurzes Gedicht schreiben
eins mit vier fünf Zeilen
nicht länger
ein ganz einfaches
eins das alles sagt über uns beide
und doch nichts verrät
von dir und mir.
(Jürgen Theobaldy)
Freitag, 28. Dezember 2012
Die Hoffnung
Die Hoffnung geht barfuss
durch die Welt. Sie ist schon
angekommen, wenn wir gerade
aufbrechen. Wir müssen
ihr entgegen gehen, und
sie stützen, damit sie nicht
zusammenbricht. Wir
müssen immer wieder
ihre wunden Füsse heilen. Wohin
sie auch geht, sie kehrt
zum Ende zurück, das
wir für den Anfang hielten
(Franz Hodjak)
Donnerstag, 27. Dezember 2012
Mittwoch, 26. Dezember 2012
Wann fängt Weihnachten an?
Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute bei dem Stummen verweilt
und begreift, was der Stumme ihm sagen will,
wenn das Leise laut wird und das Laute still,
wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und gross,
wenn mitten im Dunkeln ein winziges Licht
Geborgenheit und helles Leben verspricht,
dann, ja dann,
fängt Weihnachten an.
(Rolf Krenzner)
Dienstag, 25. Dezember 2012
Montag, 24. Dezember 2012
We, unaccustomed to courage
exiles from delight
live coiled in shells of loneliness
until love leaves its high holy temple
and comes into our sight
to liberate us into life.
Love arrives
and in its train come ecstasies
old memories of pleasure
ancient histories of pain.
Yet if we are bold,
love strikes away the chains of fear
from our souls.
We are weaned from our timidity
In the flush of love's light
we dare be brave
And suddenly we see
that love costs all we are
and will ever be.
Yet it is only love
which sets us free.
(Maya Angelou)
Sonntag, 23. Dezember 2012
Having Come This Far
I've been through what my through was to be
I did what I could and couldn't
I was never sure how I would get there
I nourished an ardor for thresholds
for stepping stones and for ladders
I discovered detour and ditch
I swam in the high tides of greed
I built sandcastles to house my dreams
I survived the sunburns of love
No longer do I hunt for targets
I've climbed all the summits I need to
and I've eaten my share of lotus
Now I give praise and thanks
for what could not be avoided
and for every foolhardy choice
I cherish my wounds and their cures
and the sweet enervations of bliss
My book is an open life
I wave goodbye to the absolutes
and send my regards to infinity
I'd rather be blithe than correct
Until something transcendent turns up
I splash in my poetry puddle
and try to keep God amused.
(James Broughton)
Samstag, 22. Dezember 2012
Immer ist Ort und Stunde.
Immer bist du gemeint.
Und es ist jede Wunde
einmal zu Ende geweint.
So viele Schritte gegangen,
egal, wohin sie geführt.
Hauptsache angefangen,
ab und zu Leben gespürt.
Immer ist immer und weiter,
Immer – das bist du.
Die Tore öffnen sich und heiter
schreitet der Tag auf dich zu.
(Konstantin Wecker)
Donnerstag, 20. Dezember 2012
Mittwoch, 19. Dezember 2012
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