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Samstag, 15. Juni 2013
Freitag, 14. Juni 2013
Mohnfeld-Zauber
Den Weg, den du kommen wirst
schmücke ich mit rotem Klatschmohn,
hänge Sonnenstrahlen über die Äste der Bäume,
streue von der Nacht zuvor
den Glanz des Mondes in mein Haar.
Dann umarme ich das Warten.
Auf meinen Händen trage ich dir
das Rauschen des Windes
ein Stück entgegen.
(Margit Günther)
Donnerstag, 13. Juni 2013
Think for yourself.
“Throughout human history, as our species has faced the frightening, terrorizing fact that we do not know who we are, or where we are going in this ocean of chaos, it has been the authorities, the political, the religious, the educational authorities who attempted to comfort us by giving us order, rules, regulations, informing, forming in our minds their view of reality. To think for yourself you must question authority and learn how to put yourself in a state of vulnerable, open-mindedness; chaotic, confused, vulnerability to inform yourself.”
(Timothy Leary)
(Timothy Leary)
Ich habe neue Räume
gefunden in mir
und Alte, lang schon Vergessene.
Ich betrete sie voller Erstaunen
und doch nicht überrascht.
Ich laufe darin herum
und rede laut mit mir selbst
und fange an sie auszufüllen
- manchmal gestatte ich mir
einen Hüpfer oder einen
kleinen Gesang einen Tanz
und frage mich wieso
ich meine Enge so lang
hingenommen habe
Entschlossen
nehme ich Besitz
von mir selbst
(Hans Curt Flemming)
Mittwoch, 12. Juni 2013
We do not become healers.
We came as healers. We are.
Some of us are still catching up to what we are.
We do not become storytellers.
We came as carriers of the stories
we and our ancestors actually lived. We are.
Some of us are still catching up to what we are.
We do not become artists. We came as artists. We are.
Some of us are still catching up to what we are.
We do not become writers.. dancers.. musicians.. helpers.. peacemakers.
We came as such. We are.
Some of us are still catching up to what we are.
We do not learn to love in this sense. We came as Love. We are Love.
Some of us are still catching up to who we truly are.
( Clarissa Pinkola Estes)
Dienstag, 11. Juni 2013
Restherz
Kein Geld für Pleiten,
kaum Zeit für Glück,
ich lebe so panisch gern.
Verdunkeln mich auch die Motoren der Sonne,
scheint auch der Mond auf Bullen und Blut:
aushalten. Das Ende vor Augen
Anfänge machen,
gepanzert mit Verwundbarkeit,
bis an die Zähne bewaffnet mit Angst.
(Ralf Rothmann)
Montag, 10. Juni 2013
Zugvögel
Wieviele Vögel werden
das wärmere Land nie erreichen?
Werden jetzt andere vor der Kälte
in die verlassenen Nester flüchten?
Wo ist Heimat, wenn man auf Abruf wartet?
Ist es der Ort, wo man fliegen lernt?
(Christine Busta)
Samstag, 8. Juni 2013
Eigentlich...
Eigentlich sollte ich aufbrechen
aus der Enge verbrauchter Gewohnheiten
Eigentlich sollte ich aufhören
atemlos durch die Tage zu rennen
Eigentlich sollte ich mich weigern
fraglos zu funktionieren und zu schweigen
Eigentlich sollte ich
das Wort Eigentlich streichen
um am Ende nicht sagen zu müssen
Eigentlich hätte ich
leben wollen
(Sabine Naegeli)
Freitag, 7. Juni 2013
Six Billion People
And all of you so beautiful
I want to bring you home with me
to sit close on the couch.
My invitation inserted in six billion bottles,
corked with bark from the final forest
and dropped in the ocean of my longing.
We would speak the language of no words,
pass the jug of our drunken joy
at being babies growing into death.
Sometimes, I know, life is stupid, pointless,
beside the point, but here’s the point —
maybe we would fall
in love, settle down together,
share the wine, the bills,
the last of the oxygen and the remote.
(Tom Chandler)
Dienstag, 4. Juni 2013
Montag, 3. Juni 2013
Heute erwachte ich
ganz still als Poetin
und stellte mir vor ich könnte
mich einfach hinfliessen lassen zur Liebe
wie ein träges Segelschiff
spielerisch dem Winde folgt.
Ich könnte plötzlich da sein,
eine Erscheinung,
das Klappern der Schreibmaschinen
vergessen
das Telefon
die Zeit
und Dich anschaun
als ob nichts auf der Welt wichtiger sei.
Diese Vogelgefühle machen mir Angst
weiss ich doch nicht wie weit
die Stäbe des Käfigs sind
die ich manchmal in Deiner Stimme spüre
wenn Du mich zurückholst
in die Wirklichkeit.
Weisst Du denn, ob ich nicht
an einem heimlichen
magischen Ort
wo ein freundlicher
gütiger Zauberer haust
den Kompass finde
der mir den Weg weist
zu Deinem Herzen
und mich nicht irren lässt in dem Wald
wo der Kobold der hinter Deinen Augen lebt
sein Häuschen hat mit Teekannen,
Spiegeln und Zaubertiegeln?
Es gibt Tage, da füllen sich
meine Arme mit Blumen
und meine Haut riecht
nach duftenden Kräutern
und ich zerzause mein Haar,
ziehe meine Schuhe aus
und denke, diese ganze Verrücktheit
gefällt mir.
Du kannst Dir nicht vorstellen
wie sehr mir gefällt
Eva zu sein und Dir meine Welt
zu benennen
und zu beobachten wie Du
mit diesem seltsamen Ausdruck
als ob Du mich um den Schlüssel bätest
und gleich wieder zurückzucktest
in die Vernunft
mit komplizierten Fäden knüpfst
was uns kitzelt
damit wir Telefon und Schreibtisch
verlassen
die verschiedenen Planeten vergessen,
die wir
bewohnen
in freiem Flug aus dem Fenster schweben
- nackt wie übermütige Engel -
die Labyrinthe der Lebensrosen öffnen
die aberwitzigen Maschinen
des Todes stoppen
und zur Mitte der Sonne gelangen
zur Mitte des köstlichen Wahnsinns
wo ein Kuss
alle Weisheit
des unerforschlichen Universums
enthält
(Giaconda Belli)
Sonntag, 2. Juni 2013
Acceptance is a small, quiet room
Most things will be okay eventually, but not everything will be.
Sometimes you’ll put up a good fight and lose.
Sometimes you’ll hold on really hard and realize there is no choice but to let go.
Acceptance is a small, quiet room.
(Cheryl Strayed)
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