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Dienstag, 24. September 2013

Dorfansichten


es knospt
unter den blättern
das nennen sie herbst

(hilde domin)

vernetzt


 




Montag, 23. September 2013

Sonntag, 22. September 2013



Septemberlicht



Samstag, 21. September 2013


Man muss nie verzweifeln, wenn etwas verloren geht, 
ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; 
es kommt alles noch herrlicher wieder. 
Was abfallen muss, fällt ab; 
was zu uns gehört, bleibt bei uns, 
denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, 
die grösser als unsere Einsicht sind 
und mit denen wir uns scheinbar im Widerspruch stehen. 
Man muss in sich selber leben und an das ganze Leben denken, 
an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünften, 
denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt.

(R.M. Rilke)

September









Freitag, 20. September 2013

herbst

es geht so ein nachdenklicher, 
welker duft umher von blumen, 
die die sonne getrocknet 
und die der wind gepresst hat, 
und es ist herbst.

dieser grosse herrliche wind, 
der himmel auf himmel baut; 
in sein land möchte ich gehen 
und auf seinen wegen.

(r.m. rilke)

Donnerstag, 19. September 2013

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen.

Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,

herbstkräftig die gedämpfte Welt
im warmen Golde fliessen.

(Eduard Mörike)

Mittwoch, 18. September 2013

Yeah, she's alright
Just floating through her day
People throwing words around
And talking such trash
There's so much she could say
That's not her way



Dienstag, 17. September 2013


Bitte

Lass mir die Freiheit
der Wildnis
in meinem Herzen.
Gezähmt würde ich
vergehen
vielleicht,
ohne dass du es spürst.
Lass einen Fleck,
wo es wuchern kann,
auch wenn du
dann keinen Einblick mehr hast.

(Ju Sobing)

Montag, 16. September 2013

einige liebesobjekte

die sonne.

landsitze in alten
russischen romanen.

alles hilflose.

das starke.

der verlässliche klang
einer stimme.

leichtfüssigkeit.

die nützlichen
illusionen.

(Rainer Malkowski)

Lied von einer Insel

Wenn einer fortgeht, muss er den Hut
mit den Muscheln, die er sommerüber
gesammelt hat, ins Meer werfen
und fahren mit wehendem Haar,
er muss den Tisch, den er seiner Liebe
deckte, ins Meer stürzen,
er muss den Rest des Weins,
der im Glas blieb, ins Meer schütten,
er muss den Fischen sein Brot geben
und einen Tropfen Blut ins Meer mischen,
er muss sein Messer gut in die Wellen treiben
und seinen Schluck versenken,
Herz, Anker und Kreuz,
und fahren mit wehendem Haar!
Dann wird er wiederkommen.
Wann?
Frag nicht.

(Ingeborg Bachmann)

Samstag, 14. September 2013


So
viele
Menschen
und doch
gleicht
keiner
dem 
anderen

das sieht
nach
Absicht
aus

(Josef Schenk)

Freitag, 13. September 2013

Wir sind nur
Augenblicke,
ein paar Stunden
zwischen gestern und morgen,
zwei Steine am Strand,
zufällig aneinander gelagert,
angeschwemmt am Ufer eines Tages.

(René Schmidt)

Donnerstag, 12. September 2013

September

Mein Lied ist noch nicht aus. 
Nein, schimmerfroh und heiss
Läuft es mit mir durchs Feld, 
soweit ich’s mit mir trage -
Mein Sommerlied, 
das nichts vom Herbst weiss.

  (Silja Walter)


was erwartest du?
dass er herabsteigt
von den bergen
am morgen
der tau
in dein bett von lehm?
bevor die sonne ihn aufleckt
ein korn das versprechen begrünt
zu wachsen und äpfel zu tragen
bis in den himmel
wieder?

(ja!)

(Carl Reiner Holdt)

Mittwoch, 11. September 2013


Ich möchte am Montag mal Sonntag haben
und "Feierabend!" vor dem Aufstehen sagen.
Ich möchte ganz sorglos verreisen können
und Erdteile wie meinen Garten kennen.
Ich möchte einmal in Juwelen wühlen 
und mich als Schwan unter Enten fühlen.
Ich möchte nach keiner Berförderung mehr streben
und meinem Alltag den Abschiedskuss geben.

(Hildegard Knef)

Dienstag, 10. September 2013

Noch arbeite ich ab,
Was ich mir im ersten Leben
Aufgelastet hab.
Noch gehn meine Gedanken
Nur selten aus dem Haus.
Bin wie die alten Landfraun
(Die zogen die Schürze nie aus)
Noch sind meine Worte simpel.
Von Sorge und Liebe schwer.
Noch fehlt ihnen das Leichte.
In Holzschuhn kommen sie her.
Ich leb wie meine Mütter,
Die Häuslerinnen,gelebt.
(Nur kannten sie keine Bücher
und haben gestrickt und gewebt.)
Ich war ganz anders entworfen.
Hab einst Ästhetik studiert.
(Komisch:wie leicht man im Leben,
Was man nicht braucht, verliert.)
Lebt man bei Bächen und Bäumen,
Wohnt zwischen Wurzel und Wind,
Verlangt man selbst von den Träumen,
dass sie fassbar sind.

(Eva Strittmatter)

Montag, 9. September 2013


Trees are poems the earth writes upon the sky, 
We fell them down and turn them into paper,
That we may record our emptiness.

( Kahlil Gibran)

Sprachlicher Rückstand

Immer noch
sagen wir dem
was am Morgen geschieht

die Sonne geht auf

obwohl seit Kopernikus klar ist
die Sonne bleibt stehn
und
die Welt geht unter

(Franz Hohler)

Sonntag, 8. September 2013


“We are all alone, born alone, die alone, and - in spite of True Romance magazines - we shall all someday look back on our lives and see that, in spite of our company, we were alone the whole way. I do not say lonely - at least, not all the time - but essentially, and finally, alone. This is what makes your self-respect so important, and I don't see how you can respect yourself if you must look in the hearts and minds of others for your happiness.”

(Hunter S. Thompson)

Samstag, 7. September 2013