.

.

Samstag, 11. April 2015

Mittwoch, 8. April 2015


ich will aus
allen Ecken
und Enden
fallen

bis ich mich doch
noch einmal
in die Liebe 
verliebe

mich noch einmal in sie stürze
sage es ist Frühling 
es ist Zeit

Eichendorff verzeih
wahre Schönheit 
ist wichtig, ja

heute will ich 
aber etwas mehr
und dieses Etwas
summt und schwirrt
gewaltig
(Rea Revekka Poulharidou)

Dienstag, 7. April 2015

Sonntag, 5. April 2015


Spring Blessing

One day you wake up
able to name the weight 
you’ve been carrying.
Realizing it’s not part of your body or your being,
not essential in any way to journeying or joy,
you set it down gently, without fanfare
in the long soft grass at the side of the road
and walk on
surprised to find yourself
smiling in the warm sun
for no particular reason.

(Oriah Mountain Dreamer)

Samstag, 4. April 2015

Glück.



Kann sein

Kann sein ein Jahr,
kann sein ein Tag,
vielleicht nur kurz,
ein Stundenschlag –

so ist das mit der Liebe.

Kann sein mit dir,
kann sein bei dir,
wir sagen Ich
und Du und Wir –

so ist das mit der Liebe.

Kann sein ein Blick,
kann sein ein Mund,
ein Blumengruss,
Umarmung und –

so ist das mit der Liebe.

Kann sein, kann sein,
mir ist nicht bang,
ein Tag, ein Jahr,
ein Leben lang –

so ist das mit der Liebe.

(Lothar Zenetti)

Freitag, 3. April 2015

Ostern

Manchmal stehen wir auf
 Stehen wir zur Auferstehung auf 
 Mitten am Tage 
Mit unserem lebendigen Haar 
Mit unserer atmenden Haut

(M.L. Kaschnitz)


Auch der Versuch, auf Wolken
zu gehen, gelang. Kein Absinken
an deiner Seite. Vielleicht
war ich schon ohne Gewicht
im Ungleichmass unseres Schrittes,
fussspitzenhoch wie beim Küssen
vorm Abschied, vielleicht
ist es ein Irrtum, zu glauben,
Wolken bestünden aus etwas andrem
als Liebe.

(Dagmar Nick)

Mittwoch, 25. März 2015

Die Welt hebst du
nicht aus den Angeln.
Auch nicht mein Herz.
Doch die Schattenwand,
die mich umgibt,
öffnest du jeden Morgen
um einen Spalt,
und das Licht,
das hereinfällt,
bist du. 

(Dagmar Nick)

Jeder Mensch ist nicht nur er selber,
er ist auch der einmalige, ganz besondere,
in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt,
wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen,
nur einmal so und nie wieder.

Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig,
ewig, göttlich, darum ist jeder Mensch,
solange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt,
wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig.

(Hermann Hesse)

Donnerstag, 19. März 2015

Herzklopfen

Es sind die einfachen Dinge,
die uns nicht schlafen lassen:
ein Herzklopfen,
eine Handergreifung,
ein verwundertes Umsichschauen.
Nicht die krausen Gedankenspiele,
nicht die wunderlichen Grübeleien,
nicht der tolle Maskenscherz
der Wahrheit.
Es ist die grosse Fußstapfe,
die uns plötzlich den Weg weist,
halb gebietend, halb segnend,
und klopfenden Herzens
stolpern wir durch den Schlaf.

(Michael Krüger)

Montag, 16. März 2015


Sag weiter
was dich antreibt
von Tag zu Tag
erzähl von den Flügeln
die dir wuchsen bei Nacht

(A.Schnitt)



Most of the warriors I knew
Have settled down to gardening, and the morning Times,
 Tired of stalking ghosts
 and the melody of secret rhythms
  above the sound of traffic
  and other monotonous voices,
 Finally content to stare and wonder.

Most of the warriors I knew
Have unsaddled stallions and built a fence in the backyard,
 Weary of studying the clouds
 And the shadows creeping across mountains
  beyond the flash of neon
  and other pretentious symbols,
 Finally content to stare and wonder.

Most of the warriors I knew
Have died before their time and are forgotten
 Save in the memory of their sons
 And the dreams they seldom share
  beyond the taint of time
  and other unimportant measures

 Finally content to stare and wonder.

(James Kavanaugh)

Samstag, 14. März 2015

Mittwoch, 11. März 2015

Manchmal halte ich an
mitten am Tag
Worte zu finden
im Fluss der Gedanken
fange sie ein
fülle mein Netz
eh sie forttreiben
in der Flut des Vergessens
mich zurücklassen
wortlos am Weg 

 (Annemarie Schnitt)

Samstag, 7. März 2015





Hast du nicht einen Frühling für mich
heut Nachmittag könnt ich den brauchen
oder ich fang wieder an zu rauchen
lieber wär ich mir ne Wiese mit Spitzwegerich
und am allerliebsten hätt ich dich
nicht auf der Wiese in nem Kahn
weiss, frisch bezogen riesig
den Himmel diesig oder ist doch egal
was geht mich das Wetter an
komm mit deinen warmen Bauch
ganz nahe an mich ran

(Gisela Steineckert)

Donnerstag, 5. März 2015

Weibsbilder










sichtweise

es gab eine zeit 
da wünschte ich mir 
eine insel 
mit leuchtturm 
und seehunden 
und meer 
und horizont 

und heute 
wünsche ich mir ein boot

(Otto Lenk)

Die Wohnungen
die einst bewohnten
bewahren Geheimnisse auf
hinter Tapeten
in Ecken und Nischen
und Schränken
etwas bleibt zurück
von dir in der Luft der Räume:
eine kleine Trauer
ein Windhauch Glück

(Annemarie Schnitt)

Mittwoch, 4. März 2015

Zwischen Tür und Angel

immer stehst du ein Stück
zwischen Tür und Angel
du schaust zurück du schaust voraus
du stehst dazwischen
zwischen Licht und Dunkel
zwischen Ja und Nein
zwischen Heute und Morgen
halb im Verweilen halb im Aufbruch
du stehst dazwischen
hältst dich fest
an der schwankenden Tür
stehst im Windzug der Zeit
stehst zum Weitergehen bereit
ertastest mit zögerndem Fuss
sichere Schwellen

(A.Schnitt)


Der Frühling kitzelt alle unsre Sinne
Die Tage werden bunter, voller, länger
Alles ist erfüllt mit Leben
Gefühle segeln schwalbengleich
dem Horizont entgegen
Es weitet sich die Endlichkeit
Selbst Melancholie atmet erleichtert auf
und träumt pastelle Farben
Die Zeit der Krähen endet nun
Kein Klagen kränkt das Werden
In meinen Ohren grosses Klangorchester
Natur spielt ihre eigene Musik
Jetzt ist Leben, Hoffung, Sein
Es ist wie immer
Und doch
ist es immer wieder neu

(Otto Lenk)

Dienstag, 3. März 2015


Wir wohnen
Wort an Wort

Sag mir
Dein liebstes
Freund

Meines heisst
Du

(Rose Ausländer)