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Freitag, 1. Februar 2019
Auch das ist Leben
Auch das.
Auch das ist Leben,
dass Du Dich selbst nicht kennst an manchen Tagen.
Auch das ist Leben,
dass Du Dich selbst nicht kennst an manchen Tagen.
Dass Du die Freude nicht findest,
die schattenhaft wandert zwischen all den Geschäftigkeiten.
Dass die Arbeit Dich anstrengt
und Du Dich manchmal um Deinen eigenen Rhythmus betrogen fühlst.
Dass der Schlaf nicht wiederkehren will
und endlose Nächte Dich fragen:
Warum findet Dein Herz keine Ruhe?
die schattenhaft wandert zwischen all den Geschäftigkeiten.
Dass die Arbeit Dich anstrengt
und Du Dich manchmal um Deinen eigenen Rhythmus betrogen fühlst.
Dass der Schlaf nicht wiederkehren will
und endlose Nächte Dich fragen:
Warum findet Dein Herz keine Ruhe?
Dass das silber gewordene Haar Deiner Mutter
und die Rundung im Rücken Deines Vaters
Dich mit vorauseilender Trauer erfüllen.
Dass Du an manch einer Kreuzung wünschst,
jemand wüsste um den sichersten Weg.
Dass Du überrascht wirst von der Krankheit Deines Körpers,
der eben noch unverwundbar schien.
und die Rundung im Rücken Deines Vaters
Dich mit vorauseilender Trauer erfüllen.
Dass Du an manch einer Kreuzung wünschst,
jemand wüsste um den sichersten Weg.
Dass Du überrascht wirst von der Krankheit Deines Körpers,
der eben noch unverwundbar schien.
Dass Du Dir selbst nicht immer die beste Gesellschaft bist.
Dass ein geliebter Mensch zu Dir sagt:
Unsere Gemeinsamkeiten sind versiegt.
Unsere Gemeinsamkeiten sind versiegt.
Dass Du eine Grenze übertreten
und Deinen Fuß auf wegloses Land setzen musst,
und Deinen Fuß auf wegloses Land setzen musst,
um Dir selbst neu zu begegnen.
Und ich wünsche Dir,
dass Du geduldig bist in all diesen Dingen,
dass Du geduldig bist in all diesen Dingen,
dass Du Dich nicht an die Hoffnung
auf einen fernen Tag verschwendest,
auf einen fernen Tag verschwendest,
an dem alle losen Fäden verknüpft
und alle Stürme gestillt sein werden.
und alle Stürme gestillt sein werden.
Stets möge der Segen Dich finden,
der aus der Herzmitte alles Irdischen aufsteigt
der aus der Herzmitte alles Irdischen aufsteigt
und sagt: Auch das. Auch das ist Leben.
(Giannina Wedde)
Mittwoch, 23. Januar 2019
Niemals
niemals fertig werden können mit den geschehnissen der welt
niemals fertig werden wollen mit den geschehnissen des eigenen lebens
aber die beinahe zärtliche gleichgültigkeit
die die welt an den tag legt in ihren untergängen nicht hinnehmen
niemals fertig werden mit dem leben das hinter dem leben
steht immer den verdacht hegen wie ein versprechen
niemals fertig werden dürfen mit den verlusten aus weite und himmel
niemals fertig werden können mit dem aufgeschlagenen buch
aus zuneigung und zärtlichkeit zur liebe zum leben zur welt
(Hermann Josef Schmitz)
niemals fertig werden wollen mit den geschehnissen des eigenen lebens
aber die beinahe zärtliche gleichgültigkeit
die die welt an den tag legt in ihren untergängen nicht hinnehmen
niemals fertig werden mit dem leben das hinter dem leben
steht immer den verdacht hegen wie ein versprechen
niemals fertig werden dürfen mit den verlusten aus weite und himmel
niemals fertig werden können mit dem aufgeschlagenen buch
aus zuneigung und zärtlichkeit zur liebe zum leben zur welt
(Hermann Josef Schmitz)
Samstag, 19. Januar 2019
Sonntag, 6. Januar 2019
Was ich dir wünsche
Ich wünsche dir,
dass du dich traust über dich selbst
und das Leben zu lachen –
so laut oder leise wie dir nun mal
gerade danach ist.
Ich wünsche dir,
dass du herzinnenwandig spürst,
dass die Tatsache, dass andere anders
sind als du, zu keiner Zeit bedeutet,
dass du »nicht richtig« bist.
Ich wünsche dir,
dass du die für dich grossen und
oh, wirklich bedeutenden
Entscheidungen zu jeder Zeit allein
mit dem Herzen triffst.
Ich wünsche dir
Baumhäuser, den Glauben an mehr
als was man sehen kann und
Träume, die bis ins Weltall reichen –
egal in welchem Alter.
Ich wünsche dir
den unerschütterlichen Mut,
niemand anderes sein zu wollen als
du selbst – mit allen Stärken, Schwächen
und Eigenarten, die du hast.
All das wünsche ich dir.
Und mir.
(Emma denkt.)
Dienstag, 1. Januar 2019
Mittwoch, 26. Dezember 2018
Wenn ich
nachts
meinen Arm ausstrecke
zu deinem
ist für einen Moment
eine zarte Brücke da
von einem Ich
zum andern
über welche Gestalten huschen
hin und her
mit Botschaften unter den Mänteln
aus Wehmut, Freude und Träumen
und dem einzigen Ziel
sich ins andere Ich zu retten
bevor die Arme
sich wieder lösen.
(Franz Hohler)
Freitag, 21. Dezember 2018
Der Traum von Weihnachten
Dieser Wachtraum zwischen den Zeiten
zwischen Tag und Nacht
dieses Ereignis diese Mär
die für einen Augenblick
die Welt verzaubert
die Menschen menschlicher macht
sie anstösst sie auferweckt
wie im Blitzlicht zu erkennen
was ist - was sein könnte
zu erhorchen den Ton
den betörenden
der Menschen umstimmt
sie meilenweit trägt
durch alle Gezeiten
zwischen Tag und Nacht
dieses Ereignis diese Mär
die für einen Augenblick
die Welt verzaubert
die Menschen menschlicher macht
sie anstösst sie auferweckt
wie im Blitzlicht zu erkennen
was ist - was sein könnte
zu erhorchen den Ton
den betörenden
der Menschen umstimmt
sie meilenweit trägt
durch alle Gezeiten
(Annemarie Schnitt)
Dienstag, 18. Dezember 2018
Träume deine Träume in Ruh.
Wenn du niemandem mehr traust,
Schliesse die Türen zu,
auch deine Fenster,
Damit du nichts mehr schaust.
Sei still in deiner Stille,
Wie wenn dich niemand sieht.
Auch was dann geschieht,
Ist nicht dein Wille.
Und im dunkelsten Schatten
Lies das Buch ohne Wort.
Was wir haben, was wir hatten,
Eines Morgens ist alles fort.
(Wislawa Szymborska)
Montag, 26. November 2018
Mittwoch, 21. November 2018
Wolken klettern wie Tiere auf den Berg des Himmels,
die Abende dunkeln zu früh und aus allen
Lampen tropft der Herbst.
Dies kennst du, es ist November,
weit sind Wiesen und die Gerüche des Waldes.
Als du sehr klein warst, fingst du Schmetterlinge.
Alles verging wie ein Atemzug voll Wind.
Zwischen die Tage schieben sich Ewigkeiten.
Du hörst, wie unterm Regen ein Kind eine Mundharmonika bläst.
Die Bäume rosten und
wie ein Flug Wildenten erscheinen
im Schilf die Geschwader der Sterne.
(Günter Eich)
Montag, 15. Oktober 2018
Befreunde dich mit der Welt
Befreunde Dich
mit der Unschuld des Morgens,
der seine frühen Vögel aussendet
als Boten der Freude.
Mit der Würde der Bäume,
die Dich aufrichten, wenn Dich etwas beschwert,
und die Dich daran erinnern,
Deine Wurzeln tiefer in der Erde zu verzweigen.
Mit dem Perlen des Baches,
der Dich ermuntert, weich zu bleiben
und die Quelle zu suchen, die ihn ruft.
Befreunde Dich
mit dem Klang des Regens,
der in all Deinen Ruhelosigkeiten
einen Raum der Andacht öffnet.
Mit dem Dunkel der Nacht,
das Dich in Sorglosigkeit hüllt
und Dich einlädt, alle Ängste loszulassen.
Mit dem schweigenden Herbst,
der seine Kräfte sammelt
wie Du an der Schwelle
zu einem kühneren Traum von Leben.
Befreunde Dich
mit der Schönheit im Menschen,
mit der Wärme, die den anderen sucht
an den kargen Orten des Alleinseins.
Mit den leisen Worten des Zuspruchs,
in denen wir den Mut finden,
aus dem Schatten ins Licht zu treten.
Mit den gemeinsamen Träumen,
die viele Hände brauchen,
damit das Gute in unserer Mitte
Gestalt annehmen kann.
Befreunde Dich mit der Welt,
mit allem, was darin lebt,
denn nur in Freundschaft
hörst Du sie sprechen,
die Meere und Wälder,
die Felsen und Blüten.
Und nur in Freundschaft
wächst die Freude unter den Menschen,
und Du selbst wirst ein heiliger Raum
der Friedfertigkeit.
Es wartet in allem ein Segen
auf den Freund, der kommt und hört.
(Giannina Wedde)
Dienstag, 9. Oktober 2018
Dienstag, 2. Oktober 2018
Jeder Tag ist ewig,
auch wenn er in
ein paar Stunden vorbei ist.
ein paar Stunden vorbei ist.
So wie jeder einzelne Faden
den ganzen Teppich ausmacht,
so ist jeder Blick, jedes Wort –
gerade auch die schüchternen –
von dir und von mir
und jede Berührung in ihrer Zartheit
eine Farbe des Teppichs,
der in der Ewigkeit liegt,
über den wir lachend
mit nackten Füssen gehen.
(Ulrich Schaffer)
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