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Sonntag, 30. März 2014


Ichworte Duworte
die dich verwandeln

Auf dem Weg
zu Wasser Wäldern Bergen
zu dir

immer im Gespräch
mit der Atemzeit

(Rose Ausländer)


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Der Vogel Angst 
hat sich ein Nest gebaut 
in meinem Innern 

und sitzt nun manchmal da 
und manchmal 
ist er lange weg 

oft kommt er nur 
für einen Augenblick 
und fliegt gleich wieder weiter 

dann aber gibt es Zeiten 
da hockt er tagelang 
da drin 
mit seinem spitzen Schnabel 
und rührt sich nicht 
und brütet 
seine Eier aus. 

(Franz Hohler)

Freitag, 28. März 2014


wenn....

wenn der versuch, etwas auszudrücken,
besonders schön
scheitert -
entsteht ein gedicht,
sage ich manchmal.

und ich lache bei diesem satz,
der sich unter meinem lachen
verfärbt.

kann es sein, dass unsere worte
auf der einen seite des flusses
leben
und wir
auf der anderen?

aber was für ein leben
leben sie -
wenn nicht
das unsere?

auf meine blindheit bin ich gefasst
sobald ich
die augen öffne.

(rainer malkowski)

Donnerstag, 27. März 2014


Weil du die Tage
zu Schiffen machst,
die ihre Richtung kennen.
Weil dein Körper
lachen kann.
Weil dein Schweigen
Stufen hat.
Weil ein Jahr
die Form deines Gesichts annimmt.
Weil ich durch dich verstehe,
dass es Anwesenheit gibt,
liebe ich dich.

(Walter Helmut Fritz)




Mittwoch, 26. März 2014



Das Leben ist wundervoll. 
Es gibt Augenblicke, da möchte man sterben. 
Aber dann geschieht etwas Neues, und man glaubt, man sei im Himmel. 

( Edith Piaf)


Die Welt bin ich suche ich hier suche ich dort kann ich nur finden was ich mir erzählt bleibe ich da bleibe ich in mir werde ich entdecken was sich niemals verbirgt lasse ich zu nehme ich an erfahre ich immer was sich mir schenkt

(Alban Lunardon)



Dienstag, 25. März 2014

Manchmal trägt die Wirklichkeit
eine bunte Unterhose
unter ihrem grauen Kleid.
Und im Knopfloch eine Rose.

(Frantz Wittkamp)

Die 47

Einmal, es war ein Abend, und eine Amsel sang auf dem Dach des Rechenzentrums, brach die 47 plötzlich in Tränen aus. 
Sofort wandten sich die 46 und die 48 ihr zu, trockneten ihre Tränen ab und sprachen ihr gut zu.
Danach stand sie wieder schön und sauber in der Zahlenreihe. Nie hat sie gesagt, warum sie weinen musste. Einen Zusammenhang mit der Amsel jedenfalls hat sie stets abgestritten.

(Franz Hohler, Die blaue Amsel)

Montag, 24. März 2014

Sonntag, 23. März 2014

so spazierend
die sterne
im nacken tragend
wie geliehenen schmuck
mit sanftem wind
als rückantrieb
als gäbe es was abzustauben
vorne in der ferne
manchmal ist es schön
sich etwas einzubilden
dass wahrheit
keine worte braucht
zum beispiel
oder dass wir uns durch
nichts auszeichnen
als durch uns vereint
in diesem schattenriss
so spazierend
die sterne
im nacken tragend
wie geliehenen schmuck

(Lydia Daher)


Manchmal nachts steige ich
rauf aufs Dach
sitze auf den Ziegeln
mit den Füssen in der Regenrinne
und unten
hinter der blassen Linie meiner Zehen
atmet ruhig die Stadt
atmen die Fernseher in tiefen blauen Zügen.

All die bettwarmen Gespinste
steigen und rauschen
wie ein Schwarm Tauben über die Giebel
manchmal setzt sich eines zu mir
putzt das Gefieder und
stösst sich wieder ab
ins Leere.

(Thilo Krause)




Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten -
dürfen ihn einmal sehn.

(Rainer Maria Rilke)



Samstag, 22. März 2014

Move. As far as you can, as much as you can. 

Across the ocean, or simply across the river. 

Walk in someone else's shoes or at least eat their food. 

Open your mind, get up off the couch, move.  

(Anthony Bourdain)

Freitag, 21. März 2014


Robin Allender       Album: The Bird and the World
Manchmal
träume ich davon
dass ich nicht immer
nur blühen muss
sondern Zeit
Ruhe habe
um Kraft für neue Triebe
zu sammeln.

(Andrea Schwarz)

Mittwoch, 19. März 2014